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Gestaltungstipps

Der richtige Bodenbelag für den Outdoorbereich

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Der Terassenbereich ist das Aushängeschild für das Restaurant.

Bei der Restaurantplanung sollten auch die Flächen im Freien einbezogen werden, denn in der wärmeren Jahreszeit kann so die Anzahl der Sitzplätze vergrößert oder je nach Platzangebot sogar vervielfacht werden. Die Auswahl des Bodenbelags ist vielfältig, doch es eignen sich nicht immer alle Bodenflächen für jede Nutzung und jeden Anspruch. Hier sollten Sie besonders an Ihr Zielpublikum denken, denn bei schönem Wetter ist oft der Außenbereich für den ersten Eindruck einer Lokalität entscheidend. Ob für das Frühstückscafé, das Restaurant für Familien oder die stylishe Cocktailbar für laue Sommernächte, ein gut ausgewählter Bodenbelag macht den Außenbereich attraktiv.

Auch pflegeleichte Böden, die eine optimale Bestuhlung ermöglichen, sind dabei von Vorteil. Der richtige Bodenbelag erleichtert darüber hinaus Ihren Servicekräften das Arbeiten. Bei der Übernahme bestehender Flächen sollten Sie überlegen, ob der vorhandene Bodenbelag für Ihre Zwecke schon geeignet ist oder ob Renovierungsbedarf besteht. Die nachfolgende Liste hilft dabei bei der Planung und berät über geeignete Bodenvarianten.

Café-Sitzbereich mit Kies

Dieser Außenbereich eines Cafés hat eine Kiesfläche als Bodenbelag.

Kies- oder Splittflächen

  • Bodenunebenheiten können unproblematisch ausgeglichen werden.
  • Ein Gefälle ist dabei nicht notwendig.

Kies

  • Vorteile: sehr pflegeleicht, Kies benötigt fast keine Wartung, keine Pfützenbildung nach Regenfällen
  • Nachteile: nicht geeignet für Kinderwägen und Rollstühle, ungeeignet für Servicewägen und für gehobene Gastronomie bzw. offizielle Anlässe in Abendgarderobe (Schuhwahl der Gäste)

Splitt (Tennenbelag bzw. Boden mit steiniger, granularer Oberfläche)

  • Vorteile: Der körnige Belag sorgt für die notwendige Festigkeit, um z.B. auch schwerere Tische stabil zu stellen. Splitt ist sehr gut begehbar, eventuell auch sogar befahrbar. Bei naturnahen Standorten profitiert man davon, dass Maulwürfe diese Böden nicht untergraben.
  • Nachteile: etwas größerer Pflegeaufwand. Die Verdichtung sollte ein- bis zweimal im Jahr aufgelockert werden, da sonst Pfützen entstehen können. Bei sehr trockener Witterung kann der Belag auch stärker stauben.
Plattenbelag im Loungebereich

Plattenbeläge wirken sehr gepflegt und lassen Loungemöbel gut zur Geltung kommen.

Plattenbelag, Pflastersteine (Gefälle für den Wasserablauf notwendig!)

  • Große Platten: mindestens 1,5 % Gefälle nötig. Vorteil: Mit großen Platten kann man eine sehr ebene, einheitliche und optisch ruhige Fläche gestalten.
  • Kleine Platten: mindestens 1,8 % Gefälle nötig. Vorteile: Die Optik kann variieren, es können z.B. auch verschiedenfarbige Bereiche geplant werden, um etwa den Loungebereich von den Dinnertischen optisch abzuheben. Kleinere Platten sind leicht austauschbar und bei Schäden ersetzbar.
  • Pflaster: mindestens 2 % Gefälle. Vorteile: Auch bei Pflastersteinen ist eine variantenreiche Optik möglich. Ebenso wie bei kleinen Platten lässt sich Pflaster leicht austauschen und ersetzen. Nachteile: Gerade Naturpflaster ist nicht sehr eben und kann damit Stolperfallen bergen.

 

Holzdielen

  • Auch Dielen benötigen ein Gefälle, um den Wasserablauf zu gewährleisten. Die Empfehlungen liegen hier bei mindestens 2,0 – 2,5 % Gefälle.
  • Vorteile: ebene Flächen für Tische und Stühle, edles Aussehen, erhöhte Bereiche möglich
  • Nachteile: große Rutschgefahr nach Regen. Daher ist der Einsatz nur auf Terrassen mit regelmäßigem Sonneneinfall empfehlenswert. Das Holz trocknet im Schatten zu langsam und dabei kann sich schnell Moos ausbilden.
Rattanmöbel auf Kopfsteinpflaster

Sitzgruppe auf einem Bereich mit Kopfsteinpflaster

Asphalt und Kopfsteinpflaster

Viele Gastronomiebetriebe können im Sommer öffentliche Flächen nutzen, um Gäste draußen zu bewirten. Gerade im innerstädtischen Bereich lässt sich davon profitieren. Gehwege oder öffentliche Plätze haben meist Neigungen bis zu 3 %, damit ein optimaler Wasserabfluss gewährleistet ist. Dabei erschweren allerdings rauer Asphalt oder Kopfsteinpflaster die Entwässerung. Gerade Kopfsteinpflaster ist wegen seiner Unebenheiten auch kein geeigneter Untergrund für Tische und Stühle.

Bei größerem Gefälle im Bodenbelag kann man sich allerdings Abhilfe schaffen, damit die Tische nicht wackeln – dabei können verstellbare Bodengleiter die Bodenneigung ausgleichen. Interessant sind hier auch dreifüßige Tischgestelle, denn diese wackeln generell nicht, da die drei Fußpunkte festen Kontakt zum Boden haben und die Neigung ausgleichen können.

Um den Zugang auch gehbehinderten Gästen, Rollstuhlfahrern und Familien mit Kinderwägen zu ermöglichen, ist auch im Außenbereich eine barrierefreie Planung sinnvoll. Die Flächen sollten eben und glatt sein, selbst kleine Schwellen und Stufen sollten vermieden werden. Sind diese Vorgaben nicht zu erfüllen, können Rampen für Abhilfe sorgen.

Bauliche Vorgaben für Rampen

  • Nur eine geringe Neigung einplanen (maximal 6 %). Die Geländer für Rollstuhlfahrer sollten in entsprechender Höhe angebracht werden, optimal sind zwei Geländer in unterschiedlichen Höhen übereinander.
  • Die Steigungsstrecke einer Rampe darf sechs Meter nicht überschreiten, damit die Anstiege auch zu bewältigen sind. Die Rampe muss dann durch ein ebenes Podest unterbrochen werden.

Fazit

Die Gestaltungsmöglichkeiten des Outdoorbereichs sind vielfältig. Entscheidend ist dabei immer Ihr Gastronomiekonzept und die baulichen Möglichkeiten. Stehen diese Parameter fest, kann man den Außenbereich natürlich mit Pflanzen ansprechend gestalten und die passenden Outdoormöbel und Sonnenschirme aufstellen.