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Loungemöbel von GO IN im Alex Restaurant Frankfurt.
Gestaltungstipps

Emotion als Erfolgsgarant fürs Restaurant

Ein Restaurant braucht eine Seele, die beim Gast Emotionen weckt. Sie sind essenziell, denn nur die Emotion bringt Erfolg. Dieses Wissen wendet der Kölner Gastrokonzept-Entwickler Hubert Sterzinger bei allen seinen Projekten an. Seele und Emotion sind die Schlagwörter, die bei ihm am häufigsten fallen. Zu Gast bei GO IN, verriet er den Vertriebsmitarbeitern kürzlich einige Tipps und Tricks für erfolgreiche Gastronomie-Einrichtung. Ein gelungenes, rundum stimmiges Einrichtungskonzept müsse sich aus der Art des angebotenen Produkts heraus entwickeln, sagt er. Ein Hotdog-Schnellrestaurant hat andere Anforderungen als beispielsweise eine Trattoria, ein französisches Bistro erfordert einen anderen Stil als ein Burgergrill.

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Emotionen für mehr Erfolg
„Emotion ist der entscheidende Moment, warum Menschen etwas tun oder eine Entscheidung treffen“, sagt Hubert Sterzinger. Bezogen auf das Konzept eines Restaurants heißt dies: Wer beim Gast keine Emotionen zu wecken versteht, wird den Erfolg vergebens suchen. Der Erfolg eines Restaurants basiert auf drei Säulen: die Einrichtung und Gestaltung der Location, das angebotene Produkt und der Service – authentischer Service. Freundlichkeit und Authentizität sind laut Sterzinger die wichtigsten Basics im Umgang mit Gästen. Denn nur mit Leidenschaft und Begeisterung erreichen Gastronomen den Gast. Wem es gelingt, die eigene Begeisterung auf das Team zu übertragen, wird sich vor Gästen nicht mehr retten können.

Schritt für Schritt zur Location, die boomt
Für den Gast muss das Restaurant zum dritten wichtigen Ort werden. Nach seinem Zuhause und seiner Arbeitsstelle – den Orten, an denen er die meiste Zeit verbringt. Der wichtigste Schritt hin zum „Wohnzimmer“ ist – noch vor Freundlichkeit und Begeisterungsfähigkeit – die liebevolle und durchdachte Gestaltung des Raums. Bei der Entwicklung des Einrichtungskonzepts müssen drei Ebenen einbezogen werden: der Boden, Tische und Stühle sowie die Raumdecke. Sind diese drei Ebenen stimmig gestaltet, hat das Restaurant eine Seele.

Tische und Stühle, Decke und Boden sind die drei Ebenene, die zueinander passen müssen und den Raum prägen.

Tipp: Bei der Planung die Gegebenheiten des Raumes einbeziehen und stimmige Farben wählen.

Die Basis: das Sitzkonzept
Der erste Schritt zum Erfolg: ein Sitzkonzept. Seine Entwicklung sollte noch vor dem operativen Konzept erfolgen. Es bezieht die Materialien, die Beschaffenheit des Raumes und den gewünschten Einrichtungsstil mit ein. Die einzelnen Elemente müssen harmonieren und zusammenpassen, um das richtige emotionale Signal zu senden.  Wer beispielsweise ein Café im französischen Stil einrichten möchte, ist mit Gussfüßen, Marmortischplatten und Bistrostühlen gut beraten.

Im Sitzkonzept wird festgelegt, wie viele Sitzplätze untergebracht werden müssen, welche verschiedene Bereiche es geben soll und wie die Tische stehen. Wichtig: Kleine und größere Tische mischen, die schnell zu einer größeren Tafel zusammengestellt werden können. Viele Gastronomen machen den Fehler, die Tische zu groß zu wählen. Einzelne Gäste oder Pärchen blockieren dann unnötig Platz. Durch funktionelle und flexible Möbel kann mit wenigen Handgriffen je nach Tageszeit oder Eventkalender ein neuer Bereich im Restaurant gestaltet werden. So werden zusammengestellte ¾-hohe Tische zum Buffet, die Barhocker können während der Frühstückszeit einfach darunter geschoben werden.

Frühstücksbuffet an der Bar

Eine Bar kann zu Frühstückszeiten in ein Buffet verwandelt werden.

Mit Abwechslung punkten
Je größer ein Betrieb, um so bedeutsamer wird eine abwechslungsreiche Einrichtung: Jeder Bereich muss andere Emotionen wecken. So kann es eine Loungezone geben, einen Bereich mit Esstischen, die Bar und den Tisch der Freundschaft. Er ist für Sterzinger das Herz jedes erfolgreichen Gastronomiebetriebs. Möglichst in Eingangsnähe und am Fenster zur Straße platziert, wird die lange Tafel zum Treffpunkt. Hier sollen Gäste ohne Begleitung zusammenfinden und miteinander ins Gespräch kommen.

Es muss nicht gleich eine komplette Neueinrichtung sein, auch mit einem geringen Budget, aber der nötigen Kreativität kann in einem Gastronomie-Betrieb ein völlig neuer Bereich entstehen. Das kann beispielsweise eine Lounge-Ecke mit einigen Sofas, Sesseln und Couchtischen sein oder eine erhöhte Zone, die durch Stehtische und Barhocker geschaffen wird. Diese sollten möglichst ohne Lehne sein, um die Barriere-Wirkung zu verringern und den freien Blick ins Lokal zu ermöglichen.

Zusammengefasst gilt unabhängig von der Größe der Location: Der gewünschte Effekt ist erreicht, wenn der Raum auch dann einladend wirkt, wenn nur wenige Gäste da sind.

Loungemöbel von GO IN im Alex Restaurant Frankfurt.

Alex Restaurant in Frankfurt. Konzipiert von Hubert Sterzinger, eingerichtet mit GO IN.

Die Terrasse als Marketinginstrument
Wer es versäumt, mit seiner Terrasse Passanten anzusprechen und damit Gäste anzulocken, verschenkt wertvolles Potenzial. Die Terrasse ist Marketinginstrument und Umsatzbringer. Schon mit den ersten Sonnenstrahlen gehören Tische und Stühle deshalb nach draußen. „Wenn Sie im Mai Ihre Möbel rausstellen, sind Sie zu spät dran. Die Gäste sitzen schon seit März bei Ihrer Konkurrenz“, so Sterzinger. Am besten lassen Wirte den ganzen Winter über Tische und Stühle vor dem Eingang stehen. Darüber freuen sich die Raucher, und Passanten fühlen sich durch eine auf dem Tisch platzierte Kerze als Gäste willkommen.

Ulrike Reschke

Einladend und ansprechend: Die Terrasse ist die Visitenkarte eines Restaurants.

Unterschiedlich gestaltete Bereiche lockern das Gesamtbild auf.

Terrasse Alex Frankfurt

Egal zu welcher Tageszeit, diese Terrasse ist ein Highlight.