Das Magazin für Gastronomie und Hotellerie voller Ideen und Inspirationen zu den Themen Möbel, Design, F&B, Konzepte für ambitionierte Gastgeber
Industrial Stil
Design

Design & Trends 2017

„Den einen Haupt-Designtrend 2017 gibt es nicht“, sagt Maurus Reisenthel, Brand Manager bei GO IN. Nach wie vor angesagt seien Retro und Vintage. „Der unkonventionelle Stilmix wird salonfähig“, sagt Reisenthel. Das bewusste Spiel mit Stilbrüchen mache jedes Ambiente einzigartig. Für Gastronomen mit dem Anspruch, eine unverwechselbare Location zu gestalten, ist der Retro-Look die optimale Spielwiese. Entscheidend für das Gelingen des Konzeptes ist, dass es stimmig ist und Farbe sowie Stil der Böden, Wände und Einrichtung bei der Planung einbezogen werden.

Die Farben

Passend zum Stiltrend sind 2017 selbstredend Retrofarben angesagt. Ebenfalls im Kommen sind zarte Pastell- und Pudertöne. Naturtöne und Grau bleiben in. Blau, Grün, Creme und Taupe finden sich im Indoor- und im Outdoor-Bereich.  Bei Farben und Mustern wird ebenso wie zwischen den Stilen mutiger gemischt.

Industrial Stil

Rufen Erinnerungen an den Werkraum in der Schule oder eine alte Werkstatt wach: Möbel im Industrial Stil.

Der Industrial-Stil

Perfekt für Menschen mit Improvisationstalent und Lust zum Experimentieren. Rau und kühl, aber zugleich einladend wirkt der Industrial Stil. Für den bewusst abgenutzten Look sorgen künstliche Gebrauchsspuren an Möbeln und Wänden. Durch ihr auf Alt getrimmtes Aussehen erzählen die Möbel eine Geschichte – von alten Werkstätten, Manufakturen oder Schul-Werkräumen.

Zu den vorherrschenden Materialien zählen Metall und dunkles oder unbehandeltes Holz. „Mattes Metall hat glatte Glanzoberflächen abgelöst“, sagt Maurus Reisenthel. Der raue Charme des kalten Metalls wird durch die Kombination mit dezenten, natürlichen Materialien abgemildert. Holz wirkt durch die Kombination mit grauem oder schwarzem, in jedem Fall aber mattem Metall, modern und puristisch, zu sehen bei Hockern und Stühlen im Werkraum-Look sowie Tischen mit massiven Holzplatten und Metallgestell.

Bei der Wandgestaltung dominieren kahler Beton und unbehandelte Steine. Oft sind die Wände grau oder in einem dunklen Farbton im Used-Look gehalten. Industrielampen rücken die Szene ins rechte Licht. Textile Accessoires wie Kissen und individuell ausgewählte Dekoration setzen einen Kontrapunkt zum rauen Stil des Ambientes. Der Industrial-Look spricht männliches ebenso wie weibliches Publikum an und eignet sich für Vintage-Cafés, Lobbys stylisher Hotels, die Szene-Gastronomie oder den Ladenbau.

Als i-Tüpfelchen im Gesamtkonzept können Einzelstücke wie Chesterfield-Sessel und -Sofas mit Lederbezug, markanten Polsterknöpfen und Rautensteppung, Kuhfelle als Teppichersatz und Kissen oder Decken im Zottellook arrangiert werden. Das Geheimnis des perfekten Industrial-Looks ist gerade das Unperfekte, auch in der Dekoration: naturweiße Kerzen ohne Kerzenhalter, unregelmäßig verteilte Accessoires, Paletten oder Kisten als Regalersatz. Design, das improvisiert wirkt, aber in seinem Gesamtkonzept ausgefeilt und abgerundet ist.

Skandi Style

Helle Farben sind ein wichtiger Bestandteil des skandinavischen Stils.

Nordic Style

Ein weiterer Trend im aktuellen Jahr ist der Skandinavische Stil. Er ist geprägt von organischen Formen, natürlichen Materialien und freundlichen Farben. Die Adjektive reduziert, modern und flexibel beschreiben das geradlinige, helle Ambiente des angesagten Styles am besten.

Ähnlich den Bauhaus-Prinzipien folgt beim skandinavischen Design die Form der Funktion – die Skandinavier lieben es praktisch und ohne Schnickschnack. Bei den Farben stehen Pastellfarben, Weiß und starke Kontraste im Fokus. Bei den Materialien liegt Holz ganz vorne. Es wird bevorzugt für Möbel und Böden eingesetzt. Plakative Muster schmücken Wohntextilien und Accessoires. Sie sorgen mit bunter Verspieltheit für interessante Kontraste.

Ulrike Reschke