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Gastro-Tipps

5 Tipps für den digitalen Gastronomie-Auftritt

Von der Webseite bis zu Media Relations: Was brauchen Gastronomien für eine wettbewerbsfähige digitale Kommunikation? 5 Tipps von Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf.

1. Die eigene Webseite ist und bleibt das Zentrum

Diesen Punkt kann man gar nicht oft genug betonen, denn immer mehr neu eröffnende Gastronomiebetriebe verzichten auf eine eigene Webseite – eine Facebook-Unternehmensseite ist schließlich schnell aufgesetzt und kostet nichts. Doch nicht jeder potenzielle Gast wird über Facebook erreicht, Nicht-Nutzer des Netzwerks werden nicht angesprochen. Die eigene Webseite sollte stets im Zentrum der digitalen Kommunikation stehen. Auf sie gehören: Neuigkeiten (zum Beispiel der Hinweis auf Events oder geschlossene Gesellschaften), die aktuelle Speisekarte, aussagekräftige Bilder und Texte, in denen die Schlüsselbegriffe des Konzepts auftauchen, denn das ist für Suchmaschinen relevant. Auch nicht fehlen darf eine Kontakt- und Reservierungsmöglichkeit – und zwar direkt auf der Homepage, nicht versteckt auf einer Unterseite. Zudem ist wichtig, dass die Webseite mobil optimiert beziehungsweise ihr Design „responsive“ ist und sich der Bildschirmgröße anpasst. Der Anteil der mobilen Internetnutzung nimmt stetig zu, und wer von unterwegs auf dem Smartphone einen Tisch im Restaurant buchen möchte, sollte dieses bequem tun können. Schlimmstenfalls wird der Seitenbesuch abgebrochen und der Umsatz ist weg.

2. Social-Media-Kanäle unterstützen die Webseite und müssen zugleich individuell sein

In welchen Social-Media-Netzwerken sollte ich als Gastronomie aktiv sein? Facebook ist Pflicht, Instagram wird immer wichtiger. Google Plus ist kein besonders dynamisches Netzwerk, lässt sich aber mit relativ wenig Aufwand mitbespielen – schaden kann es der Sichtbarkeit in der führenden Suchmaschine Google nicht. Twitter ist ein persönliches Netzwerk: Hier spricht beziehungsweise twittert der Chef – oder eben nicht. Hier entscheiden Geschmack sowie die individuelle Abwägung der Relevanz fürs Konzept. Neuigkeiten auf der Webseite sollten auch als Post auf der Facebookseite veröffentlicht werden, umgekehrt lässt sich Facebook per Widget in die Webseite integrieren. Das stellt wechselseitige Verbindungen her. Zudem sollte auf Facebook aktueller, vornehmlich visueller Content – Foodbilder, Ansichten aus der Location, Fotos von Events, aber auch der Mittagstisch der Woche – publiziert werden. Ein inspirierender Blick auf fan- und reichweitenstarke gastronomische Facebookseiten schadet nicht. Selbiges gilt für Instagram: Wie machen es andere erfolgreich? Viele Follower erhält hier, wer ausgezeichnete Bilder zu bieten hat. Womit wir zum nächsten Punkt kommen.

3. Hervorragende Bilder sind das A und O

Attraktive und aussagekräftige Bilder benötigt jede Gastronomie. Auch dieser Punkt ist keine Selbstverständlichkeit, denn oft (das weiß der Autor dieses Beitrags aus eigener Erfahrung) ist bei Anfrage nur qualitativ Unbrauchbares oder gar nichts vorhanden. In diesem Falle sollte sofort ein Fotograf gebucht werden, der gute, professionelle Bilder liefert: Locationansicht von außen, der Gastraum in Gesamtansicht und in schönen Details, die Bestuhlung im Tages- und Abendgeschäft und bei Events, der gedeckte Tisch, das Team oder zumindest die Führungskräfte und vor allem die Speisen – all das sollte professionell abgelichtet werden. Mit attraktiven Fotos, die den Appetit und die Lust auf einen Besuch wecken, punkten Gastronomien auf der eigenen Webseite, bei redaktionellen Anfragen und in den Social-Media-Kanälen. Und: Oft fällt die Entscheidung bei der Onlinesuche nach einem Restaurant auf das mit den schönsten Bildern, denn Bilderergebnisse werden auch bei der klassischen Textsuche angezeigt. Der Instagram-Kanal lässt sich mit selbst gemachten Smartphone-Fotos aktueller Speisen und (hausgemachter) Getränke – an einem hellen Ort auf einem schönen Untergrund (zum Beispiel einem Holztisch) aufgenommen – sehr gut bespielen. Auch hier lohnt sich ein Blick nach links und rechts, um zu sehen, wie es andere tun.

4. Digitales Gästemanagement ist digitale Kundenbindung

Zu einer erfolgreichen digitalen Kommunikation gehört auch der Dialog mit Gästen und Kunden. Es genügt nicht, Beiträge auf Facebook, Instagram und Co. zu veröffentlichen. Auf Fragen und Rückmeldungen muss zeitnah – innerhalb eines Tages – reagiert werden. Es gilt, wie live am Tisch, mit Kritik sachlich und höflich umzugehen. Doch mit digitalen Tools lässt sich noch viel mehr erreichen: Wer ein digitales Reservierungssystem nutzt, kann die bei der Buchung hinterlegten Mailadressen (wenn der Besitzer diesem per gesetztem Haken zustimmt) für den Versand von Newslettern und maßgeschneiderten Angeboten nutzen. Zum Beispiel, um seine Auslastung in schwachen Tageszeiten zu optimieren. Oder um Kunden zurückzugewinnen. Ein Beispiel: Anhand von Buchung und Kassensystem lässt sich nachhalten, wie oft eine bestimmte Person zu Gast ist und welche Speisen sie bevorzugt. So lässt sich einem Gast, der länger nicht mehr da war, vorher aber immer vegetarisch bestellt hat, zum Beispiel ein vegetarisches Menü – mit einem Glas Wein aufs Haus – offerieren. Die beauftragten Dienstleister für das Reservierungs- oder das Kassensystem sind Experten im digitalen Gästemanagement und helfen gerne weiter.

5. Media- und Blog-Relations pflegen

Die Relevanz der Bewertungsportale hat abgenommen. Dafür sind in den vergangenen Jahren in Deutschland zahlreiche Blogs entstanden, die Restaurants der Region vorstellen oder thematisch auf Food und Gastronomie fokussiert sind. Digitale Lifestyle- und Genussmagazine auf regionaler Ebene kommen hinzu. Wer den Kontakt zu diesen Medien aufbaut und pflegt (zum Beispiel durch Versenden eines speziellen Newsletters oder direkte Ansprache), erhöht seine Chancen auf eine externe Berichterstattung. Ein Restaurant braucht dafür keine eigene Presseabteilung und auch nicht zwangsläufig eine Agentur, denn Medienvertreter schätzen den direkten Kontakt zum Chef. Für gute Pressearbeit rüstet sich, wer neben ansprechendem Bildmaterial (siehe Punkt drei) auch einen professionell verfassten Pressetext mit allen grundlegenden Informationen zum Konzept zu bieten hat. Besonders Blogger legen Wert auf eigene Bilder und individuelle Themen: Hier sind vom Blick hinter die Kulissen bis zum gemeinsamen Zubereiten der Hausspezialität mit dem Chefkoch viele inhaltliche Kooperationen denkbar.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.