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Gastro-Tipps

5 Tipps für das Employer Branding in Hotellerie und Gastronomie

Gutes Personal zu finden, wird immer schwieriger. Das sogenannte Employer Branding ist ein Instrument für Betreiber und Personalverantwortliche, das die Suche vereinfacht. So funktioniert es: 5 Tipps von Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf.

1. Employer Branding ist mehr als „Wir stellen ein“

Das Employer Branding leitet sich aus dem Marketing ab. Es geht darum, vor dem Hintergrund immer knapper werdender Personalressourcen den eigenen Gastronomie- oder Hotelbetrieb als attraktive Marke nicht nur für Gäste, sondern eben auch für potenzielle Mitarbeiter zu positionieren. Wie bei einem Produkt, das verkauft werden soll, sind Werbe- und Kommunikationsmaßnahmen nötig, um den „Kunden“ (also den möglichen Mitarbeiter) anzusprechen und zu überzeugen, sich für den Betrieb zu entscheiden, also sich zu bewerben. Genau genommen ist es sogar umgekehrt: Das Unternehmen bewirbt sich heute bei seinen potenziellen Mitarbeitern. Dieses Umdenken ist Basis für alle Maßnahmen im Sinne des Employer Branding.

2. Fremd- und Mitarbeiterbild des Betriebs prüfen

Wer tagein, tagaus in seinem Betrieb arbeitet, der weiß zwangsläufig gar nicht, wie das Bild von außen aussieht – man nennt das „Betriebsblindheit“. Erscheint man als attraktiver Arbeitgeber? Gilt man als modern und bietet man Perspektiven für junge Mitarbeiter? Die Nachwuchs-Generation der Millennials ist kreativ und fleißig, hat aber auch hohe Erwartungen an Unternehmen (mehr dazu: https://blog.goin.de/2017/02/5-tipps-fuer-den-umgang-mit-der-generation-millennial). An dieser Stelle hilft es, Mitarbeiter – gegebenenfalls anonym per Befragung – und Externe wie Dienstleister, Gäste oder Kollegen hinzuzuziehen, um Mängel aufzudecken und Verbesserungen vorzunehmen. Das ist freilich ein Prozess, der von Kleinigkeiten wie einem nicht mehr zeitgemäßen Webauftritt bis hin zu weitreichenden Veränderungen im Betriebsgefüge reichen kann.

3. Viele Kommunikationswege nutzen

Eine Stellenanzeige in einer Fachzeitschrift oder der örtlichen Zeitung reicht nicht: Betriebe müssen sich dort „bewerben“ (oder präsentieren), wo die Zielgruppe unterwegs ist – in sozialen Netzwerken und Communitys. Hier bietet sich zum Beispiel ein gut gemachtes Imagevideo an. Auf Einträge in Branchenportalen sollte man nicht verzichten, und es ist auch ratsam, direkt in die allgemeinbildenden Schulen zu gehen und sich dort als Arbeitgeber vorzustellen, ob in einer kurzen Präsentation oder mit einem Infostand. Dieses ist nach Absprache mit der jeweiligen Bildungseinrichtung möglich. Auch Job- und Recruitingmessen für Schul- und Hochschulabsolventen stellen eine gute Bewerbungsmöglichkeit dar. Es schadet auch nicht, vor Ort im Betrieb Infoflyer auszulegen oder ein Plakat aufzuhängen, das auf die Möglichkeiten der Mitarbeit hinweist. Im Idealfall gibt es eine Landingpage mit Detailinfos, Bildern und Kontaktmöglichkeit. Übrigens hilft es auch, wenn der Betrieb kontinuierlich attraktive digitale Kommunikation betreibt. Beispiel: Ein Restaurant oder Hotel, das sich mit spannenden Bildern aus dem Haus auf Facebook oder Instagram präsentiert, rutscht automatisch schneller in das „relevant set“ der Zielgruppe – nicht nur als Gast, sondern eben auch als Mitarbeiter.

4. Ein Empfehlungsprogramm starten

Wer kennt wen? Wer Mitarbeiter in seine Personalsuche einbezieht, erreicht auch deren Freunde und Freundesfreunde. Über soziale Medien lässt sich die Reichweite auf diese Weise deutlich vergrößern und somit die Chance, den Richtigen oder die Richtige zu finden. Außerdem ist ein Hinweis auf eine freie Stelle, die ein Mitarbeiter postet und kundtut, glaubwürdiger und schafft Vertrauen – nur, wem es im Betrieb gefällt, wird sich an einer solchen Aktion freiwillig (und das sollte es sein) beteiligen. Ein gutes Betriebsklima ist auch hierfür die Basis. Zusätzlich sollten Anreize geschaffen werden: Bei erfolgreicher Vermittlung könnte zum Beispiel eine Prämie oder ein freier Nachmittag winken.

5. Einen „Recruiting Day“ veranstalten

Viele größere Unternehmen veranstalten „Recruiting Days“, bei denen Interessierte hinter die Kulissen blicken dürfen und sich vor Ort, im direkten Dialog mit Verantwortlichen und Mitarbeitern, über einen Arbeitgeber informieren können. In der Hotellerie finden solche Events immer häufiger statt, in der Gastronomie sind sie bislang noch selten. Dabei sind professionelle Gastgeber prädestiniert dafür, eine solche Veranstaltung durchzuführen, denn sie wissen, wie sich ein solcher Tag für alle Seiten interessant und angenehm gestalten lässt. Mit kurzen Präsentationen, einem gemeinsamen Gang durchs Haus, Zeit für Fragen und Vier-Augen-Gespräche sowie Snacks und Drinks wird die Sache rund – und am Ende kommt sicher der eine oder andere Termin für ein persönliches Vorstellungsgespräch zustande.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.