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Hier wird mächtig Druck gemacht

Ein Stuhl ist ein Stuhl ist ein Stuhl … Von wegen! Bis ein Stuhl oder auch ein anderes GO IN-Produkt ins Programm aufgenommen wird, im Showroom glänzen darf und den Kunden im Shop und Katalog angeboten wird, hat er einiges durchzustehen.

Das leuchtet selbst dem Laien ein: Ein Gastronomie-Stuhl ist anderen Belastungen ausgesetzt als einer, der für den Privatbereich gekauft, regelmäßig, aber nicht übermäßig genutzt und pfleglich behandelt wird. Je nach Lokal und Kundenfrequenz lassen sich auf einen Gastro-Stuhl täglich zig unterschiedlich schwere Menschen fallen, räkeln sich gemütlich darin und schaben mit den Füßen an den Stuhlbeinen entlang. Ganz zu schweigen vom in der Gastronomie üblichen Verrücken, Hochstellen und Stapeln. Da muss ein Stuhl hart im Nehmen sein, um auf Dauer gut dazustehen. Wie hart, zeigt sich am hauseigenen GO IN-Prüfstand, auf dem seit 2005 alle Neuprodukte auf ihre Belastbarkeit, Stabilität, Standsicherheit und Langlebigkeit hin gpresse-bild-fuer-blog-go-in-pruefstand_15etestet werden.

Hocker, Stühle und Sessel werden dazu in eine spezielle Prüfmaschine eingespannt und dann pneumatisch mittels Druckstempeln nach allen Regeln der Kunst bearbeitet. Die Schläuche, Federn, Bolzen bewegen sich langsam, aber kraftvoll. Das zischt, das schnauft, das knarrt. Sitzfläche, Rückenlehne, Armlehnen, Stuhlbeine und Trittstege: Alles wird nacheinander und nach exakt definierten Vorgaben extremen Belastungen ausgesetzt, um zu sehen, ob das Produkt tatsächlich hält, was es optisch verspricht. Materialschwäche und Konstruktionsfehler werden häufig schon nach kurzer Zeit in Form von Spalten und Rissen sichtbar.

Bis zu 150.000 Zyklen pro Stuhl

Die kritischen Punkte variieren von Stuhl zu Stuhl. Vorab werden mittels einer Schablone die jeweiligen „Belastungspunkte“ definiert, wie Roland Schlecht erklärt, der in seiner Funktion als Product Development Technician bei GO IN schon zahlreiche Produkte getestet hat. Die Höhe der Belastung ist je nach Möbel vorgegeben; gemessen wird in Newton. Das Ganze läuft streng nach Norm, genauer gesagt nach EU- und DIN-Normen, die für Produkte für den professionellen Einsatz gelten. Und alles wird genauestens protokolliert und dokumentiert. Zwischen 100.000 und 150.000 Zyklen durchläuft ein Stuhl nach einem sorgfältigen Eingangs-Basis-Check auf dem Prüfstand. Roland Schlecht: „In rund zehn Tagen wird so ein mehrjähriger Einsatz eines Profimöbels nachgestellt“. Anschließend kommen die meisten Produkte noch zum TÜV Rheinland, der sie last but not least mit dem GS-Siegel „adelt“.

Gitterschnitt und Cointest für Oberflächen

Nicht nur Sitzmöbel, auch Tische werden genauestens unter die Lupe genommen. Neben Stabilität ist Standsicherheit ein wichtiges Kriterium. Um diese zu testen, kommen Hantelscheiben, Sandsäcke mit unterschiedlichem Gewicht und eine Präzisionsfederwaage zum Einsatz. Ein Tisch, der gleich kippen würde, wenn sich jemand auf die Kante aufstützt, ist in der Gastronomie fehl am Platz. Die Stabilität einer Tischplatte wird wiederum auf dem Prüfstand getestet. Welcher Belastung hält sie stand, bevor sie sich durchbiegt? Die Optik der Möbel sollte ebenfalls von Dauer sein, denn ungewollter „shabby chic“ in Form von tiefen Kratzern und dauerhaften Flecken ist nicht trendy, sondern ärgerlich. Um dem vorzubeugen, gibt es beispielsweise für Tischplatten eine ganze Reihe von Oberflächentests. Die reichen von der Messung der Lackdicke und dem Auftragen verschiedener Flüssigkeiten wie Säfte, Zitrone, Kaffee, Schwarztee, Olivenöl und Putzmittel über das Simulieren von Hitze mittels Wärmelampen – „wann verzieht sich die Platte“? – bis hin zum „Gitterschnitt“ und „Cointest“, der nach Auskunft von Roland Schlecht tatsächlicpresse-bild-fuer-blog-go-in-pruefstand_13h mit einer Münze durchgeführt wird. Und auch Metallgestelle für den Außenbereich werden mit „Kochtest“ und Salzsprühnebelprüfung einem Härtetest unterzogen, um etwaige Schwachpunkte am Oberflächenaufbau unter intensiven klimatischen Bedingungen herauszufinden.

Alles in allem ein zeitintensives Verfahren, das aber notwendig ist, will man mit Qualität und Sicherheit nicht nur werben, sondern sie dem Kunden auch tatsächlich bieten. Arne-G. Hostrup, Geschäftsführer bei GO IN: „Es gibt wenige vergleichbare Lieferanten in Europa, die einen solchen personellen und finanziellen Aufwand für die Qualitätssicherung ihrer Produkte betreiben wie wir bei GO IN. Uns ist das Thema Qualität aber ein großes Anliegen, deswegen sind wir hier auch nicht kompromissbereit. Schließlich geht es um die langfristige Zufriedenheit unserer Kunden.“

 

Die fünf Stufen der GO IN-Qualitätssicherung:
1. Auswahl passender Lieferanten (Qualitätsfokus)
2. Verschiedenen Prüfszenarien je nach Produktart: intern (Prüfstand und manuelle Prüfungen) und extern (TÜV Rheinland); ggf. Nachbesserung der Materialien/Konstruktion
3. Bei neuen Produkten und Lieferanten: Pre Shipment Inspection (PSI) – Qualitätskontrolle durch externe Dienstleister anhand von GO IN-Produktspezifikationen und Checklisten beim Lieferanten vor Verladung und Verschiffung
4. Interne Wareneingangskontrolle anhand von GO IN-Produktspezifikationen und Check-Listen
5. Optische Kontrolle im Warenausgang vor Verpackung und Versand an den Kunden

Kirsten Posautz