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Gastro-Tipps

„Enfant Terrible“ Landsberg: Kreativität statt Etikette

Er hat die Nochalance, die einem Bartender gut zu Gesicht steht. Und die kreative Power, die das „Enfant Terrible“ vom Mainstream abhebt. Der IHK-geprüfte Barmixer Michael Ehrenwirth, der gerade erst beim internationalen Barkeeper-Wettbewerb „Linie The Journey“ in Olso Bronze holte, hat nach Stationen in verschiedenen Locations im September vergangenen Jahres seine eigene Bar in Landsberg eröffnet. Klein, fein und vor allem ein bisschen anders.

presse-bild-fuer-blogaufmacher-enfant-terrible-stuehleEin Bürgerschreck will er nicht sein. Ein Außenseiter oder Exzentriker auch nicht. Trotzdem hat Michael Ehrenwirth den etwas provokanten Namen für seine Bar ganz bewusst gewählt. „Enfant Terrible“ soll an Freigeister wie Oscar Wilde erinnern und an den Bohème-Stil der damaligen Zeit. Auch schwingt etwas vom verruchten Image mit, das Spirituosen wie Absinth – zu Wildes Zeiten in schummerigen Clubs genossen – bis heute anhaftet.

Begrenzter Platz – endlose Kreativität

Wenn auch nicht schummrig – zwanglos und entspannt soll die Atmosphäre in seiner Bar auf jeden Fall sein. Keine steife Etikette, sondern: Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. Der Platz für Barhocker und Sessel ist in der zweistöckigen Bar begrenzt, der Raum für Kreativität ist endlos. Da wird gemixt, geschüttelt, gerührt – in bester Craft-Manier. Der 28-Jährige: „Wir machen möglichst viel selbst – von den Sirupen über die Eiswürfel bis hin zum Dörrobst. Das bedeutet deutlich mehr Vorbereitungszeit, bevor abends die Tür aufgeht. Aber das ist auch unser Alleinstellungsmerkmal.“ Frische Säfte, Natur-Strohhalme aus Roggen … was für den Bartender zählt, sind die Details. Ansonsten ist Mixen für ihn „ein Handwerk“, das man erlernen und mit den Jahren immer weiter perfektionieren kann.

Qualität statt Effekthascherei
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Das Quentchen Leidenschaft macht das „Handwerk“ zur Berufung. So auch bei Michael Ehrenwirth. Die Gastronomie war schon immer „sein Ding“, Bartender ein reizvoller Beruf, unter anderem weil er so vielseitig und international ist. Ein Praktikum in der berühmten „Schumann’s Bar“ in München, eine Anstellung in der Craft Cocktail Bar „Circle by Cihan Anadologlu“ im Hearthouse in München, die Teilnahme an Wettbewerben und die Konzeption von Themenabenden und Events rund um Landsberg – das sind alles Erfahrungen, die in die Arbeit von Michael Ehrenwirth einfließen. Schon einmal einen Drink für Brad Pitt gemixt zu haben, gehört zu den netten Anekdoten. Wichtiger ist es ihm allerdings, die Gäste abends glücklich zu machen. „Wir gehen bei unseren Rezepten gern auf Ursprungskompositionen zurück und kombinieren sie mit anderen Produkten neu“, erklärt Ehrenwirth. Rum ist seine Lieblingsspirituose, aus der sich spannende Kompositionen zaubern lassen, Gin ist im Trend, Tequila in puncto Image ein bisschen „verbrannt“ und steht deshalb puristischer als Agave auf der Karte. Ehrenwirth: „Wir ändern die Karte je nach Saison, damit auch Stammgäste immer Neues entdecken können.“ Auch die Snacks sind nicht von der Stange. Asiatisches Tatar ist ein Dauerbrenner. Eine Currywurst zum Whiskey Sour – gewagt, aber lecker, wie Ehrenwirth sagt. Das Fleisch kommt vom Metzger seines Vertrauens, die frischen Zutaten vom Gemüsehändler um die Ecke. Qualität statt Effekthascherei, das ist ein Grundrezept für die Bar.

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Bronze beim internationalen Cocktail-Wettbewerb
Auch wenn Landsberg keine Metropole wie München ist, ist die Lech-Stadt ein guter Standort für eine Bar wie das „Enfant Terrible“. Michael Ehrenwirth: „Hier gibt es viel Gastronomie, die Leute gehen aus und sind Neuem gegenüber durchaus aufgeschlossen.“ Seine Zielgruppe definiert er zwischen 35 und 55 Jahren; das Geschäft ist auch ohne Werbekampagne gut angelaufen. „Mundpropaganda ist nach wie vor die beste Werbung.“ Auf längere Sicht sind Themenabende und Cocktailkurse geplant, um den Gästen noch mehr Erlebniswert zu bieten. Und auch als Barkeeper ruht sich Michael Ehrenwirth nicht auf seinen Lorbeeren aus und stellt sich immer neuen Herausforderungen. So schaffte er es beim internationalen Cocktail-Wettbewerb „Linie The Journey“, der im September in Oslo ausgetragen wurde, mit dem Drink „Purity“ auf den Bronzerang und wurde somit zum „besten deutschen Barkeeper“ gekürt. „Ich freue mich über die Auszeichnung. Es war eine tolle Erfahrung, dabei zu sein, und vor allem sehr interessant für mich zu sehen, wie die anderen Barkeeper arbeiten.“

Im GO IN-Blog gibt Cocktailprofi Michael Ehrenwirth künftig Mix- und Rezept-Tipps und spricht über Trends und spannende Themen rund um das Thema Bar.

Kirsten Posautz