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Gastro-Tipps

5 Tipps für Gastronomen zum neuen Jahr

2018 hat begonnen. Was wird in diesem Jahr besonders wichtig, worauf sollten Gastronomen verstärkt achten? Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf hat 5 Tipps.

1. Mehr Achtsamkeit im Umgang mit dem Team und sich selbst

Achtsamkeit, im Englischen „mindfulness“, ist ein Begriff, der in der letzten Zeit immer häufiger zu lesen ist. Achtsamkeit rät – im Gegensatz zur Konzentration, bei der es um fokussierte Aufmerksamkeit geht – zu einer offenen, umfassenden und klaren Wachheit. Bezogen auf den gastronomischen Kontext heißt das: Es gilt, den Blick für das Ganze zu schärfen, Wünsche und Bedürfnisse von Mitarbeitern in das unternehmerische Handeln einzubeziehen, aber auch auf den eigenen Körper und die eigene Seele zu hören. Mehr Achtsamkeit im kommunikativen und handelnden Umgang miteinander, mehr Wertschätzung und mehr Work-Life-Balance sind Themen, mit denen sich andere Branchen schon sehr viel mehr beschäftigen. Jetzt tut es auch die Gastronomie. Es finden sogar schon erste Seminare dazu statt.

2. Mehr Empathie im Umgang mit dem Gast

Sich in sein Gegenüber hineinversetzen zu können, die Situation aus seiner Sicht zu verstehen, ist eine große Kunst. Aber kein naturgegebenes Talent, sondern erlernbar – und mit jedem Gespräch, das der Gastgeber mit seinem Gast führt, lernt er ein bisschen mehr dazu. Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsfähigkeit und -bereitschaft, Kreativität und Mut sind, so erklärt die Service-Expertin Sabine Hübner, die vier Eckpfeiler für ein empathisches Handeln im Service. Wer sich auch bei großem Andrang Zeit für einen persönlichen Moment mit dem Gast nimmt und sich auf ihn einlässt, baut eine empathische Beziehung zu ihm auf.

3. Natürlich gefühlte Emotion der Mitarbeiter zulassen

Bleiben wir noch beim Thema Service: „Immer lächeln“ heißt die Devise in der Gastronomie sehr oft. Doch das kann, wenn es nicht aus dem Innersten kommt, sehr anstrengend und langfristig sogar gesundheitsgefährdend sein, haben Studien herausgefunden. Das neuere Konzept der „naturally felt emotion“ hingegen rät dazu, verspürte Emotionen zuzulassen. Denn, so ermittelten Forscher, dies belaste weniger und wirke einer inneren wie tatsächlichen Kündigung von Servicemitarbeitern entgegen. Zu pampigem Kundenkontakt führt dieses nicht, denn wer freier und natürlicher fühlen darf, so die Forschungsergebnisse, der lässt vor allem das Gefühl der Freundlichkeit zu Tage treten. Im Umkehrschluss: Wer sich hier als permanent unfreundlich erweist, der hat den falschen Job.

4. Neues Arbeiten ermöglichen

Noch ein Begriff, von dem immer häufiger gesprochen wird, ist „new work“. Bei diesem Konzept geht es darum, innerhalb der Arbeit, ob fest angestellt oder freiberuflich, Räume für persönliche Kreativität und Selbstentfaltung zu schaffen. In der Gastronomie spielte „new work“ bislang kaum eine Rolle – zu fest definiert scheinen viele Bereiche von Küche bis Service zu sein. Doch auch hier ist Umdenken gefragt, wenn junge Mitarbeiter – die Millennials – für die Branche gewonnen werden wollen. Das Recht der Mitgestaltung und -entscheidung gehört beim „new work“ ebenso dazu wie die Freiheit, bestimmte Aufgaben und Dinge losgelöst vom Arbeitsplatz – zum Beispiel im „home office“ – erledigen zu können. Aber auch, Mentoring-Partnerschaften zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern oder den Austausch mit anderen Betrieben aufzubauen.

5. Digitalisieren, um analoge Kompetenzen zu stärken

Auch in der Gastronomie hält die Digitalisierung Einzug. Als Gastro-Unternehmer sollte man sich dieser Entwicklung nicht verwehren, sondern sich kundig machen und überprüfen, welche Produkte und Lösungen den Betrieb einfacher, schneller und besser machen. Es sollte die administrative Arbeit verringern, nicht vergrößern. Viele Prozesse – von der Bestellung über das Kassensystem bis zur Finanzanalyse – lassen sich mit digitalen Tools effektiver erledigen. Besonders dann, wenn die Tools durch Schnittstellen in ein Gesamtsystem integriert sind und „miteinander sprechen“. Mit einer digitalen Infrastruktur stärkt der Gastronom seine wahre Stärke und Kompetenz: den analogen Bereich – weil mehr Zeit und Raum für das Speisen- und Getränkeangebot und vor allem für die Face-to-Face-Kommunikation mit dem Gast bleibt.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.