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Gestaltungstipps

Freiluftgastro: Durch stimmige Konzepte Emotionen wecken

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In der warmen Jahreszeit ein paar Tische und Stühle für die Gäste rauszustellen, reicht heute nicht mehr aus. Wer den Freiluftbereich seines Lokals zum Profitcenter machen möchte, braucht ein stimmiges Gesamtkonzept, bei dem Innen- und Außenbereich eine Einheit bilden bzw. sich ergänzen. Attraktiv gestaltet, wird der Outdoor-Bereich zur Visitenkarte des Betriebs. GO IN hat Hubert Sterzinger, Geschäftsführer der COLOGNE BAR SYSTEM GmbH, zum Thema „Draußen ist das neue Drinnen“ befragt. Der Gastronomie-Experte entwickelt seit über 30 Jahren erfolgreiche Konzepte für den deutschsprachigen Markt und ist seit einiger Zeit beratender Partner von GO IN.

GO IN: Welche Bedeutung kommt dem Außenbereich einer Gastronomie zu?

H. Sterzinger: Der Außenbereich muss die Aufmerksamkeit der Passanten auf die Location lenken und am besten nicht nur Interesse, sondern auch Emotionen wecken, im Sinne von: „Das sieht aber ansprechend aus, hier möchte ich auch gern sitzen …“ Die Terrasse oder der möblierte Bereich vor einem Lokal ist Einladung und Motivation zugleich, es zu betreten und deshalb besonders wichtig. Der Gastronom gibt durch die Gestaltung ein Statement ab. Der Gast muss das Gefühl haben, willkommen zu sein und für sein Geld das Bestmögliche zu bekommen.

GO IN: Worauf ist bei der Gestaltung zu achten?

H. Sterzinger: Das Konzept der Gastronomie sollte sich im Außenbereich fortsetzen – durch den Stil des Mobiliars, Farben und dekorative Details. Kann zum Beispiel die Fensterfront eines Lokals im Sommer geöffnet werden, sollte der Übergang fließend sein. So hat auch derjenige, der drinnen sitzt, das Gefühl, draußen zu sein. Angedeutete Markisen an den Fenstern im Inneren des Lokals können als optische Verbindung zum Außenbereich eingesetzt werden – wie es beispielsweise im Café del Sol umgesetzt wurde.

GO IN: Wie wird die Terrasse zum Umsatzbringer?presse-bild-fuer-blog-beitrag-interview-hubert-sterzinger2

H. Sterzinger: Durch die Unterteilung in verschiedene Bereiche, da sich dadurch unterschiedliche Gästegruppen angesprochen fühlen. Bei 70 Plätzen sollte es zwei bis drei Bereiche geben – sichtbar gemacht durch passendes Mobiliar: Runde Tische für den Café-Bereich, eckige zum Essen und lässige Lounge-Möbel für die Genießer, die es sich mit einem Longdrink oder Cocktail dort bequem machen. Neben dem Möbeln ist die Beleuchtung des Außenbereichs und der einzelnen Tische wichtig, um Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

GO IN: Wie lässt sich die in unseren Breiten recht kurze Freiluftsaison verlängern?

H. Sterzinger: Wichtig ist es, Terrassen und andere Außenbereiche so früh wie möglich zu möblieren und die Freiluftsaison in den Herbst hinein durch Wärmequellen, Decken auf den Stühlen und sonstiges Equipment zu verlängern. Ein oder zwei Tisch-Stuhl-Reihen sollten je nach Größe der Gastronomie auch im Winter draußen bleiben, damit die Terrasse nicht völlig verwaist wirkt. Das macht es auch für die Raucher attraktiver, die oft das ganze Jahr über den Outdoor-Bereich nutzen, wenn auch nur temporär.

Über Hubert Sterzinger

Hubert Sterzinger, gebürtiger Innsbrucker und ausgebildeter Jurist und Gastronom, startete seinen gastronomischen Werdegang im Hamburg der 80er-Jahre. Neben  dem Meyer Lansky’s führte und entwickelte er 17 weitere innovative und erfolgreiche Konzepte wie Hemmingway, Network Café (Music Club), El Tequito, Pat O’Brian’s, das erste Havanna Deutschlands, Simson Hauser (Hot Dog Bar) und Presidente (Mexican Bar). 1999 wurde er mit der Weiterentwicklung und konzeptionellen Neuausrichtung der ALEX Restaurants beauftragt. Derzeit setzt er das Refurbishing der Café  del Sol-Betriebe in die Tat um.

Kirsten Posautz