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Design

Bugholzmöbel – ein geniales Stück Designgeschichte

presse-bild-fuer-blog-beitrag-bugholz-ambiente-barhocker Sie sind ist leicht, elegant und haben durch all die Jahrzehnte hindurch bis heute nichts von ihrem ursprünglichen Charme und ihrer Faszination verloren: Bugholzmöbel sind für viele das Symbol der Kaffeehauskultur – der österreichischen ebenso wie der französischen und der deutschen.

Der „Konsumstuhl Nr. 14“ als Prototyp

Urvater des Verfahrens war allerdings ein Deutscher, auch wenn sein Nachname französisch anmuten mag: der aus Andernach stammende Bau- und Möbeltischler Michael Thonet. Ein kreativer und innovative Geist und zu seiner Zeit ein Pionier und Revoluzzer, der durch das Austüfteln neuer Verfahren die bisherige Möbelproduktion auf den Kopf stellte. 1830 erfand er die Bugholztechnik – das Biegen des Holzes über Wasserdampf. Sein „Konsumstuhl Nr. 14“ (heute Modell 214) gilt bis heute als der meist  produzierte Stuhl der Welt und ist für viele Designer der Prototyp des Sitzmöbels.

Mit ihm gewann die Firma Gebrüder Thonpresse-bild-fuer-blog-beitrag-bugholz-farbige-stuhleet 1867 die Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris; als „Wiener Kaffeehaus-Stuhl“ ging das zeitlose Stück in die Geschichte des Möbeldesigns ein. Ein Stuhl ohne Ecken und Kanten, schnörkellos und dabei höchst filigran. Oder aus praktischer Sicht: ein Bausatz, bestehend aus sechs Teilen, zehn Schrauben, zwei Muttern. Minimalismus in seiner schönsten Form. Der „Thonet 14“ wurde nicht von ungefähr zum Prototyp des Sitzmöbels für jedermann. Zeitgenössische Designer schwärmen von der „subtilen Harmonie der Formen“, von der „Einfachheit und Poesie“ dieses Stuhls, der seinerzeit eine Revolution und zugleich eines der ersten Möbel aus industrieller Massenproduktion ist.

Von klassisch bis farbenfroh

Auch wenn die Bugholz-Technik immer weiter perfektioniert wurde, steckt nach wie vor eine große Portion Handwerkskunst in den Stühlen, Sesseln, Tischgestellen, Hockern und Garderobenständern, die in klassischem Schwarz und Braun oder farbenfroh zahlreiche Gastronomien zieren – und der Beweis, dass eine geniale Idee unabhängig von Trends und Moden Bestand hat.

Kirsten Posautz

Quellen: Wikipedia, www.thonet.de, Sandra Hofmeister: „Mein liebster Stuhl“ (Callwey Verlag, 2008), Fotos: GO IN