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Design

Kopfkino für Gastro-Visionäre

Warum nicht mal der Fantasie freien Lauf lassen und Visionen ersinnen? Beim Wettbewerb „Restaurant der Zukunft – Gastronomie 4.0“ bringen junge Leute alle zwei Jahre ihre Ideen fürs Gastgewerbe zum Ausdruck und spiegeln damit auch ein Stück weit den Zeitgeist und die gesellschaftliche Stimmung wider.

Mit dem kühnen Entwurf „Lucullus Palace“ hat das Studententeam Janina Sieber (TU Berlin) und Nick Förster (TU München) den Wettbewerb gewonnen. In diesem Gastro-Palast können die Gäste mit allen Sinnen genießen – im Separee auch im Liegen. Zu den Highlights im Abenteuerland der Genüsse gehört das Durchschwimmen eines kleinen Sees, der nicht mit Wasser, sondern dem „White Russians“-Cocktail gefüllt ist. Schöne neue (Gastro)Welt.

Hochkarätige Jury

Der weltweit einzigartige Wettbewerb „Restaurant der Zukunft“ wird seit 2004 im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Münchner Verleger Willy Faber, Herausgeber der Fachzeitschrift Gastronomie-Report, veranstaltet. Für den diesjährigen Wettbewerb wählte die Jury Ende Januar die besten Entwürfe für die Präsentation auf der Intergastra in Stuttgart aus und kürte die drei Sieger. In der Jury: Gastronom Frank Waldecker („Meisterstück“-Lokale), die Architekten Philipp Zimmermann, Ann Sophie Burne-Bau und Sascha Arnold sowie Anja Koller und Sabine Schneider vom Architekturmagazin Baumeister (Callwey Verlag) sowie Initiator Willy Faber.

„Eine sehr urbane Lösung für die Stadt der Zukunft“, so nennt die Jurorin Sabine Schneider das Konzept „Die Nahrungskette“, mit dem Frederick Daniel Leinfelder (TU Berlin) den 2. Platz des Wettbewerbs erreichte. Dieser „Gastro-Tower“ bietet ein Ökosystem unter einem Dach, das vom Produzieren ( (Urban Gardening und Viehwirtschaft) über das Konsumieren (Kulturcafé, Restaurant und Kitchen-Sharing) bis hin zum Recycling und zur Kompostierung reicht. Entgegen den Trends der Digitalisierung, in der das Ausgehen immer mobiler und anonymer wird, will „Die Nahrungskette“ einen Ort des Verweilens und des kulturellen Austauschs schaffen. Architektonisch umgesetzt wird der Öko-Kreislauf durch die Spirale, die sich um den presse-bild-fuer-blog-beitrag-wettbewerb-restaurant-der-zukunft-platz-dreiTower schmiegt.

Den 3. Platz holte die „Seetangstelle“ von Marius Westermann (TU Dortmund). Damit wird eine Ressource, die eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Zukunft spielen kann und schon heute von vielen Spitzenköchen weltweit verwendet wird, in den Fokus gerückt. Gesund, eiweißhaltig, lecker: Seegras, Tang und Algen werden aber nicht nur in Miso Suppe & Co. zubereitet, sondern an der Hausfront hinter einer grünen Glasfront auch angebaut.

„Bei unserem Zukunfts-Wettbewerb geht es nicht darum, fertige Konzepte zu liefern, die 1 : 1 umsetzbar sind. Es geht vielmehr darum, der Branche ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie die Jugend von heute tickt und welche Wünsche und Sehnsüchte sie an die Gastronomie von morgen hat“, so Willy Faber. „Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, welche Kreativität freigesetzt wird, wenn man junge Leute einfach mal machen lässt. Bei bislang jedem Wettbewerb sind andere Strömungen erkennbar geworden, die sich hinterher tatsächlich in Gastro- Konzepten niedergeschlagen und internationale Relevanz erlangt haben.“

www.gastronomie-report.de/restaurant-der-zukunft

Kirsten Posautz