Das Magazin für Gastronomie und Hotellerie voller Ideen und Inspirationen zu den Themen Möbel, Design, F&B, Konzepte für ambitionierte Gastgeber
Industrial Basics
Design

Look No. 1: Industrial Basics

Gastronomie gestalten heißt mehr, als Möbel in einen Raum zu stellen und diesen passend dazu mit Accessoires zu dekorieren. Einrichtungen transportieren ein Konzept, sprechen eine oder mehrere Zielgruppen an, erzählen Geschichten und wecken im besten Fall Emotionen. GO IN hat gemäß dem Motto „many ways to be unique“ und basierend auf einem umfangreichen Sortiment an Profimöbeln eine Reihe stimmiger Looks kreiert. Nummer 1: Industrial Basics

Er ist das Gegenstück zum bieder-braven Landhausstil und auch zum cleanen Designer-Ambiente: Industrial Basics ist der Heavy Metal-Style unter den Einrichtungstrends. Ein bisschen roh, ganz und gar schnörkellos, perfekt-unperfekt und gerade dadurch so reizvoll. Die Zutaten für ein Industrial-Ambiente: hohe Räume mit Loft- und Hallen-Atmosphäre, unverputzte Wände – bevorzugt aus Backstein –, offen liegende Rohre, Böden aus Beton, Metall, Gusseisen und Stahl in Kombination mit unbehandeltem Holz. Auch ein bisschen Rost darf hier und da zu sehen sein.

Atmosphärische Zeitreise 

Der Look, der im Home-Bereich ebenso furios Einzug gehalten hat wie in der Gastronomie, orientiert sich am Umfeld der frühen Industrialisierung und der Zeit der industriellen Revolution, die sich Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts von Großbritannien nach Westeuropa und Nordamerika ausgebreitet hat. Er weckt Vorstellungen von großen Fabrikgebäuden, von an Maschinen oder mit den Händen arbeitenden Menschen und von öligen Werkshallen – im Gegensatz zu unseren heutigen meist sterilen, digitalisierten, genormten und gestylten Arbeits- und Bürowelten.

Funktionalität an erster Stelle

Moderne Industrial-Möbel greifen die Idee der reinen Funktion als Basisaufgabe eines Möbelstücks auf. Stühle und Tische wirken solide, funktional und nahezu „unkaputtbar“. Typische Merkmale sind daher Drehspindeln und aufliegende Schrauben, sichtbare Schweißnähte und (künstlich erzeugte) Gebrauchsspuren im Holz. Die eingeschränkte Farbpalette ist kein Manko, sondern Programm: Zu finden sind Industrie-Grün, Feuermelder-Rot, ansonsten dominieren Schwarz-/Anthrazit-Schattierungen und natürliche Farbtöne, die das Material Holz je nach Alterungsprozess annimmt.

DIY und Upcycling

Als Deko bieten sich Zutaten vom Sperrmüll, Flohmärkten oder aus dem Baumarkt an – auch Themen wie DIY und Upcycling spielen eine Rolle. Damit steht Industrial Basics auch ein Stück weit für die Wiederverwertung und die Aufwertung von Gebrauchtem und so in angenehmem Kontrast zur gängigen Wegwerfmentalität unserer Zeit.

Kirsten Posautz