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Gastro-Tipps

5 Lesetipps für die Urlaubszeit

Sommerzeit, Urlaubszeit, Lesezeit: Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf stellt fünf neue und unterhaltsame Bücher mit Branchenbezug vor.

1. Geniale Texte für Hotellerie und Gastronomie

Die Qualität der Texte in der Branche weist große Parallelen zur Qualität der Produkte oder des Services auf: von ausgezeichnet bis unterirdisch. Grobe Rechtschreibfehler wecken Zweifel, ob im Betrieb alles mit rechten Dingen zugeht, unschöne Formulierungen mindern das Gesamterlebnis, ansprechende Texte hingegen, die sich vom Standard absetzen und sich in das Konzept einfügen, können den Umsatz geradezu beflügeln. Petra van Laaks Buch stellt viele Praxisbeispiele (gute wie weniger gute) vor und hat jede Menge Tipps parat, wie sich auch ohne teure Agentur und in Eigenleistung clevere Inhalte Texte verfassen lassen – geschriebene wie gesprochene.

2. Aus is und gar is

Die Gemütlichkeit ist eine Erfindung der traditionellen Gastronomie Münchens – jedenfalls fast. Wirtshäuser, Biergärten und Co. sind Orte, an denen der Mensch noch Mensch sein kann. Hier kommt die Welt zusammen. Doch dieses Kulturgut, dessen Bild in unzähligen Filmen, Serien (Monaco Franze, Kir Royal) und gar TV-Werbespots verewigt wurde, verschwindet und ist zunehmend bedroht, stellt der Journalist und Autor Karl Stankiewitz fest: Der Wandel der Stadt – der Fachbegriff lautet Gentrification – verdrängt die Gaststätten, Bierhallen, Nachtclubs, Theater, Salons und Kneipen. In seinem Buch stimmt er aber weniger ein Klagelied an, als dass er die Leser einlädt, mit ihm auf eine Reise in die gute alte Zeit zu gehen und vergangene Zentren des urbanen Vergnügens (wieder) zu entdecken, vom Leuchtenbergpalais über den Blauen Engel bis zu erst vor einigen Jahren verblichenen Locations wie dem Kunstpark Ost oder der Alabama-Halle. Das macht nicht nur Spaß, sondern bietet auch Inspiration für den eigenen Unterhaltungsbetrieb.

3. Gastro Startup Berlin

Nirgends in Deutschland floriert die junge, unabhängige Gastronomieszene so sehr wie in Berlin, sie ist längst Teil der lokalen Startup-Kultur, die Menschen aus der ganzen Welt an die Spree zieht. Wie ticken die Gastro-Gründer, was treibt sie an, was hindert und hemmt sie, was wünschen sie sich? Darum geht es in diesem Buch: In 42 Portraits werden die Protagonisten und ihre Projekte vorgestellt, die von Fine-Dining-Restaurants (teils bereits mit Sternen ausgezeichnet) über Streetfood-Stände und Supper Clubs bis zum kultigen Berliner „Späti“ reichen. Auch innovative Branchendienstleister präsentiert das Buch in Form persönlicher Einblicke. Dazu gibt es Statements und Tipps von Branchenexperten aus dem Handel, aus Branchenverbänden und Food-Netzwerken.

4. Wie man mit Trinkgeld ein Vermögen aufbaut

Sein unterhaltsames Buch „Von Nachtschwärmern und Schnapsdrosseln“ haben wir hier https://blog.goin.de/2016/08/7-buchtipps-fuer-gastronomen-und-gastgeber/ bereits empfohlen. Mittlerweile hat Thomas Majhen nachgelegt und ein neues Buch mit – siehe Überschrift – sehr programmatischem Titel veröffentlicht. Wer würde nicht gerne ein paar Tipps bekommen, wie sich der „tip“ erhöhen lässt, für sich selbst oder für das Team? Doch nicht nur darum, wie sich dem Gast galant ein paar Euro oder Cent mehr aus der Tasche locken lassen, geht es in diesem Buch: Auch das Thema Vermögensaufbau mit dem erhaltenen Trinkgeld spielt eine große Rolle. Wie lässt es sich so anlegen, dass das Ersparte Wertzuwachs erfährt, sprich Zinsen einfährt? Majhen gibt Tipps für die persönliche Haushaltsplanung und stellt vier einfache Anlagemöglichkeiten da – langfristig, so schätzt er, lasse sich eine Vermehrung von 10 Prozent erreichen.

5. Masel Tov! Die moderne jüdische Küche in aller Welt

Die Journalistin und Autorin Liv Fleischhacker, die auch das jüdische Food-Festival „Nosh“ in Berlin ausrichtet, stellt in ihrem Buch die Vielfalt der jüdischen Küche vor, von den mediterran-levantisch geprägten Speisen Haya Molchos („Neni“) über jemenitisch-jüdische Rezepte von Gil Hovav bis zur Neuinterpretation askenasischer Küche, die Liz Alpern und Jeffrey Yoskowitz mit ihrer „Gefilteria“ in New York vorantreiben. Der Leser lernt spannende Menschen aus aller Welt kennen, die jüdische Esskultur auf ganz unterschiedliche Weise interpretieren und Familientraditionen fortführen. Ein gelungener Mix aus Portraits und Rezepten, der tiefe Einblicke in eine Küche gibt, die auch in Deutschland erfreulicherweise wieder rekultiviert wird.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.