Das Magazin für Gastronomie und Hotellerie voller Ideen und Inspirationen zu den Themen Möbel, Design, F&B, Konzepte für ambitionierte Gastgeber
Look No. 3 French Touch
Design

Look No.3: French Touch

Gastronomie gestalten heißt mehr, als Möbel in einen Raum zu stellen und diesen passend dazu mit Accessoires zu dekorieren. Einrichtungen transportieren ein Konzept, sprechen eine oder mehrere Zielgruppen an, erzählen Geschichten und wecken im besten Fall Emotionen. GO IN hat gemäß dem Firmenslogan „many ways to be unique“ und basierend auf einem umfangreichen Sortiment an Profimöbeln eine Reihe stimmiger Looks kreiert. Nummer 3: French Touch

Der Jahrhundertkoch Paul Bocuse. Berühmte Cafés und Künstlerlokale. Architektonische Meisterwerke wie der Eiffelturm. Filmlegenden wie Brigitte Bardot und elegante Karossen wie der Citroën DS. Frankreich hat vieles zu bieten und auch in puncto Gastronomieeinrichtung einen ganz eigenen Stil. Bistro- und Brasserie-Möbel machen auch hierzulande Furore, denn sie transportieren ein Stück weit die Nonchalance und Lebensart unserer französischen Nachbarn. Marmor, Messing, Samt und Bronze sind die typischen Zutaten für den French Touch-Look. Zu Polstersesseln, Bistrostühlen und Marmortischen mit Messingumrandung werden kunstvolle Holzvertäfelungen, Tapeten mit floralen Mustern, Fliesen im Retrostil, große Spiegel und opulente Leuchten kombiniert.

Unkomplizierter Genuss

Das Wort Brasserie heißt übersetzt Brauerei und steht – im Gegensatz zum gediegenen Restaurant – für den unkomplizierten Genuss und Hausmannskost. Genuss in entspannter Atmosphäre gibt es auch in der „Brasserie Champeaux“, die kein Geringerer als Sterne-Koch Alain Ducasse in Paris eröffnet hat. Hier dominiert eipresse-bild-fuer-blog-beitrag-brasserie-look-french-touch-desbrossesn sehr geradliniges Interior Design mit langen Sitzbänken, eckigen Tischen, schlichten Stühlen und sichtbaren Rohren an der Decke. Die Speisen und Getränke des Tages werden auf großen schwarzen Anzeigetafeln präsentiert, wie man sie von Flughäfen und Bahnhöfen kennt. Aber auch in Deutschland wird der Brasserie-Kult gefeiert. Die „Brasserie Desbrosses“ im Ritz Carlton Berlin atmet sprichwörtlich Geschichte, denn es handelt sich bei der Einrichtung um ein Original aus dem Jahr 1875. Diese wurde 2003 in der Stadt Mâcon im Südburgund abgebaut, restauriert, um fehlendes Mobiliar ergänzt und im Ritz Carlton am Potsdamer Platz zu neuem Leben erweckt. Steinfliesen mit floralen Dekoren, handbemalte Wandpaneele, Spiegel und Holzvertäfelungen verbreiten nun französisches Flair.

Bistro meets Industrial

Ob traditionell oder modern, schlicht oder verspielt – der Brasserie-Stil kennt viele Interpretationen. Es gibt Originale wie die 1880 eröffnete „Brasserie Lipp“ in Paris. Dabei handelt es sich um eine Institution am Boulevard St. Germain, in der seit eh und je Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur verkehren und die seit vielen Jahren einen ebenfalls bekannten Ableger gleichen Namens in Zürich hat. Die Inneneinrichtung der Pariser „Brasserie Lipp“ steht mittlerweile unter Denkmalschutz, darunter die kunstvollen Dekore der Gebrüder Fargues mit ihren exotischen Pflanzen. Aber auch ganz andere Versionen der Brasserie sind in der französischen Hauptstadt zu finden wie beispielsweise die BLV Brasserie Moderne am Boulevard de Belleville. In Lokalen dieser Art herrscht häufig ein lockerer Mix mit Bistro-, Industrial- und Kolonialstil-Elementen vor.

Kirsten Posautz

Foto: Brasserie Desbrosses, Ritz-Carlton Berlin