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Essen in Gesellschaft
Gastro-Tipps

French Cuisine und Nouvelle Cantine: Hanni Rützlers Food Report 2019

Ein Comeback der französischen Küche unter völlig neuen Vorzeichen prognostiziert Ernährungsexpertin Hanni Rützler in ihrer neuen Ausgabe des Food Report, der vom Zukunftsinstitut und der Lebensmittelzeitung herausgegeben wird.

Fast Good. Functional Food. From Nose to Tail. Spiritual Food. In einer Wohlstandsgesellschaft wie der unseren geht es beim Essen um weit mehr als die reine Nahrungsaufnahme. Essen erfüllt den Wunsch nach Geselligkeit, steht für sinnliches Erleben und ist für immer mehr Menschen ein Ausdruck ihres individuellen Lebensstils oder auch Einstellungssache. So esse ich, so bin ich, heißt heute für viele die Devise. Dementsprechend gibt es nicht einen Food-Trend, sondern mehrere, die parallel laufen oder auch miteinander verwoben sind.  Der Food Report 2019, das jährliche Branchen-Update für die Food-Szene, zeigt die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Gastronomie und Retail auf und stellt zudem jenseits von schnelllebigen Hypes und Moden drei richtungsweisende Trends vor, wobei diese häufig Weiterentwicklungen bestehender Strömungen im Food-Markt sind.

Trend 1: Plant Based Food – Der neue Spin bei Ersatzprodukten

Nicht nur Gemüse erlebt eine kulinarische Aufwertung, sondern auch Pflanzen sind als Ausgangsprodukte für neue Nahrungsmittel zunehmend von Interesse. Vor allem proteinreiche Bestandteile machen als gesunde Alternative zu tierischen Produkten Karriere – darunter Algen und Pilz-Proteine.

Trend 2: Transparency – Das wachsende Bedürfnis nach mehr Information

Konsumenten wollen immer genauer wissen, was sie essen und wo die Produkte herkommen. Hierbei kann der Einsatz von neuen Technologien wie der „Blockchain“ helfen. Diese zeichnet – vorausgesetzt, alle Beteiligten halten sich an die Vorgaben – „die verfügbaren Daten entlang der gesamten Lieferkette auf und erlaubt jederzeit Einblick in das zentrale, praktisch nicht manipulier- und hackbare Datenregister“.

Trend 3: Healthy Hedonism – Das Ende der Askese

Eine gute Ernährung kann sowohl gesund als auch genussvoll sein. Der Abschied von einem rein funktionalen Gesundheitsverständnis ist in vollem Gange. „Spielerische und kreative Aspekte von Gesundheit und Wellness treten – vor allem bei jüngeren Konsumenten und in sozial privilegierten Schichten – immer mehr in den Vordergrund“, heißt es im Food Report.

Frankreich blickt über den Tellerrand

Für den Gastro-Schwerpunkt taucht Hanni Rützler in die Welt der französischen Küche ein, die als Grundlage jeder guten Kochausbildung anerkannt ist und lange geprägt war von einem „Entweder-Oder“: entweder Haute Cuisine oder Bistroküche. Erst seit der Jahrtausendwende begann in Frankreich ein Umdenken, angetrieben meist von jungen wilden Köchen, die ihr Handwerk eben nicht in Frankreich gelernt hatten. „Die einst so starre französische Küche öffnet sich – und erlebt durch die Symbiose und Mixtur mit anderen Koch- und Esskulturen eine Renaissance“, erklärt die Food-Expertin.

Betriebsrestaurants als Spiegel der Unternehmenskultur

Ein zweiter Fokus im Food Report 2019  liegt auf Kantinen und Betriebsrestaurants, die lange Zeit die wenig geschätzten Stiefkinder der Branche waren und sich tatsächlich selten als Genusstempel oder Treffpunkte für entspannte Kommunikation erwiesen. Heute können es viele davon in puncto Qualität, Einrichtung und Service mit Restaurants mithalten und übertreffen sie sogar. Betriebsrestaurants sind auch ein Spiegelbild einer neuen Unternehmenskultur, denn sie drücken Wertschätzung für die Mitarbeiter aus.

Kirsten Posautz

Food Report 2019pressebild-fuer-blog-beitrag-food-report-2019-cover
Autoren: Hanni Rützler, Wolfgang Reiter
Hrsg.: Zukunftsinstitut GmbH &
Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe)
112 Seiten
ISBN 978-3-945647-50-9
www.zukunftsinstitut.de, www.dfv.de