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Gastro-Tipps

Fünf Tipps für die Mitarbeitersuche – online und mobil

Gutes Personal zu finden, wird für viele gastronomische Betriebe zu einer immer größeren Herausforderung. Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf hat fünf Tipps, wo und wie sich das Recruiting in digitalen Sphären am besten gestalten lässt.

1. Digital denken und handeln: Klassische Kanäle reichen nicht mehr aus

Wie an anderer Stelle https://blog.goin.de/2016/09/7-tipps-fuers-finden-binden-guter-mitarbeiter/
bereits dargelegt: Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften zu schalten, reicht heute in vielen Fällen nicht mehr aus. Ausnahmen mögen Angebote für Spitzenpositionen wie die Küchen- oder Restaurantleitung sein. Doch auch in diesen Fällen schadet es nicht, die Suche auszuweiten. Neben einem Hinweis auf die freie Stelle auf der eigenen Webseite, dem eigenen Facebook-Auftritt und auf weiteren Kanälen wie dem Instagram-Account sollten auch digitale Gruppen genutzt werden. So gibt es zum Beispiel in Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn entsprechende Gruppen und auf Facebook z.B. „Gastro Facebook“. Hier tauschen sich die Mitglieder über Neuigkeiten in der Branche aus und es sind Stellenangebote und -gesuche zu finden. Bei solchen Gruppen ist unbedingt die seitens der Gruppenleitung festgelegte Art der Kommunikation zu beachten. Ein weiteres Tool sind die Messenger von Facebook und WhatsApp: Kontaktaufnahme über diese Kanäle sollte für Interessenten ebenfalls ermöglicht werden. Und beides lässt sich mit entsprechenden Buttons einfach in die eigene Webseite integrieren.

2. Zeigen, was man kann: (mobile) Webseiten für Interessenten aufsetzen

Stichwort Webseite: Viele Industrie-Unternehmen haben eigene Sonder- oder Unterseiten, mit denen sie sich als Arbeitgeber präsentieren. Hier gibt es zum Beispiel einen Überblick über die Firmengeschichte, über die Geschäftsfelder, über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten und meistens auch einen direkten Ansprechpartner für Interessenten. Das i-Tüpfelchen ist ein Imagevideo, das in bewegten Bildern Eindrücke des Unternehmens vermittelt. Dies ist ein Prinzip, das sich jeder – auch noch so kleine – Gastronomiebetrieb zu eigen machen kann. In Zusammenarbeit mit einem redaktionellen Profi ist ein solcher Auftritt zügig erstellt. Ein Video muss authentisch und aussagekräftig sein, nicht oscarreif – sprich: Es muss nicht die Welt kosten. Die hierbei entstehenden Inhalte können auch über andere Kanäle gestreut werden. Wichtig noch: Alle Inhalte sollten mobil optimiert sein. Mehr dazu im nächsten Punkt.

3. Mobil denken und gestalten – die Zielgruppe klebt am Smartphone!

Man kann es mögen oder nicht, aber das Smartphone ist heute das Kommunikationsmittel Nummer eins, insbesondere in der Zielgruppe, die Arbeitgeber für sich gewinnen wollen. Die „Generation Z“, um die es sich hier insbesondere dreht, ist mit dem Smartphone praktisch seit Kindheitstagen aufgewachsen. Zahlreiche Dienstleistungen haben sich darauf schon eingerichtet. So gibt es zum Beispiel das Lernmaterial für die theoretische Fahrschulprüfung nicht mehr nur als Heft, sondern auch als App. Und zugleich wird das Format Video zum immer wichtiger werdenden Informations- und nicht nur Unterhaltungskanal. Kurze, knackige Infotexte – keine Romane – und vertikale Videos, weil diese dem Hochformat des Smartphones entsprechen, sind besonders geeignet für das mobile Recruiting. Übrigens: Weil auch die kundenseitige Suche nach Restaurants immer häufiger mobil vonstatten geht, lohnt es sich, gleich die gesamte Webseite mobil zu optimieren, sodass sämtliche Inhalte per Smartphone gut abruf- und lesbar sind. Hier kann der IT-Dienstleister Hilfe leisten.

4. Call to action: Mobiles Bewerben unbedingt ermöglichen!

Mobile Inhalte zu gestalten, ist die eine Sache – mobiles Bewerben zu ermöglichen, die andere. Komplizierte Bewerbungs- und Kontaktformulare stellen dabpresse-bild-fuer-blog-beitrag-mitarbeitersuche-online-mobil-bewerbungsbogenei Hürden dar. Wäre es nicht tragisch, einen Interessenten „unterwegs“ zu verlieren, weil dieser am Smartphone an der nicht auf mobile Nutzung ausgerichteten Webseite des Unternehmens verzweifelt? Und noch schlimmer: Ein veraltetes Webdesign gibt dem Interessenten zu verstehen, dass der gesamte Betrieb nicht modern sein kann. So wie Gäste mit einem einfachen Button zur mobilen Reservierung gelangen können und alternativ auf einem „Anrufen“-Knopf landen sollten, anstatt die Telefonnummer aus dem Impressum kopieren zu müssen, sollte es auch für Bewerber möglichst bequem sein: Wer auf „Jetzt bewerben“ drücken und im Anschluss seine wichtigsten Kontaktdaten eingeben kann, oder wer direkt zur „Bewerbungs-Hotline“ (das kann die Handynummer des Chefs oder Personalverantwortlichen sein) durchgeleitet wird, der ist tendenziell motivierter, seine Bewerbung abzugeben. Unternehmen, die ausschließlich schriftliche Einreichungen per Briefpost akzeptieren, müssen sich nicht wundern, wenn sich die Zahl der Eingänge in Grenzen hält. Lebenslauf und Co. können nach dem Erstkontakt – den es immer und zügig zu beantworten gilt – nachgefordert werden.

5. Kreativität schadet nicht!

2017 machte ein norddeutscher Glaserbetrieb – einer von Tausenden, die es im Lande gibt, einer von Tausenden, die händeringend nach Mitarbeitern suchen – in der Social-Media-Welt mit einem sehr ungewöhnlichen Recruiting-Video auf sich aufmerksam: Erst lässt der Chef eine Scheibe herunter krachen. Dann spricht er den Zuschauer in schroff-kantigem Ton an, kommuniziert dabei aber attraktive Vorteile wie eine erhöhte Ausbildungsvergütung und Übernahmegarantie bei erfolgreicher Absolvierung der Ausbildung. Der Clip wurde zum viralen Hit mit über einer Million Aufrufen und brachte dem Unternehmen jede Menge Bewerbungen ein. Ein Beispiel, wie sich mit einfachen Mitteln viel Effekt erzielen lässt. Nicht jede Maßnahme führt zu einem Internet-Hit wie jenes Glaservideo, muss es aber auch gar nicht: Es ist schon ein Erfolg, wenn danach mehr Bewerbungen eingehen als zuvor. Im Team – das vermutlich auch aus Mitarbeitern in der gesuchten Zielgruppe besteht – finden sich bestimmt gute Ideen. Befreundete Kollegen zu fragen, schadet auch nicht. Darüber hinaus finden sich mit einer Websuche à la „kreative Recruiting Ideen“ spannende Ansätze aus anderen Branchen, die übertragbar sind.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.