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Gastro-Tipps

7 Tipps für das Onboarding neuer Gastronomie-Mitarbeiter

Aller Anfang muss nicht schwer sein: Wenn Gastronomen sich auf den Arbeitsbeginn neuer Mitarbeiter gut vorbereiten, ist es für beide Seiten einfacher und erhöht die Chance einer dauerhaften Kooperation. 7 Tipps für ein gelungenes Onboarding von Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf.

1. Generell: Onboarding-Ablauf festlegen

Damit die Aufnahme und Eingliederung neuer Mitarbeiter gut funktioniert, hilft ein zeitlicher Ablaufplan: Was ist wann zu tun? Dies lässt sich anhand einer Zeitleiste, die mit dem Einstellungsgespräch beginnt und einige Woche nach dem Arbeitsbeginn endet, gut fixieren und verhindert, dass wichtige Dinge vergessen werden. Diese Liste ist je Unternehmen individuell, doch in den folgenden Punkten finden sich einige Beispiele für „Meilensteine“, die eingehalten werden sollten und betriebsintern um weitere ergänzt werden können.

 2. Vor dem ersten Tag: Infomappe aushändigen

Was ist die Philosophie des Hauses? Wie sieht das Organigramm des Betriebs aus? Auf welche Geschichte blickt man zurück? Mit welchen Lieferanten arbeitet man, welche Zusatzgeschäfte gibt es? Welches sind die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten? Große Unternehmen händigen neuen Mitarbeitern vor dem ersten Tag Infomappen aus, manchmal gibt es auch ein Imagevideo und weiteres Material. All dies können und sollten auch kleinere gastronomische Betriebe im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun: Vom Handbuch für Mitarbeiter über Informationen zur Unternehmenshistorie (selbst wenn sie kurz ist) bis zu Presseberichten lässt sich vieles in einen – analogen oder digitalen – Ordner geben und neuen Mitarbeitern überreichen. Auf diese Weise werden einige Fragen schon vorab geklärt und andere stellen sich dadurch erst – was gut ist.

3. Tag eins, Teil eins: Willkommens-Rituale schaffen

Es muss keine Parade mit Pauken und Trompeten sein. Doch neuen Mitarbeitern am ersten Tag mit einem Ritual bzw. einem ebenfalls klar definierten Ablauf den Start zu erleichtern und ihn zu einem erfreulichen Erlebnis zu gestalten – pressebild-fuer-blog-beitrag-onboarding-begruessungdies sollte für Unternehmer, die ihr Geld damit verdienen, Gastgeber zu sein und Menschen glücklich zu machen, eigentlich ein Leichtes sein. Eine herzliche und persönliche Begrüßung beim Eintreffen, ein Anschreiben mit einer kleinen Aufmerksamkeit, ein gemeinsames Frühstück, Mittag- oder Abendessen mit dem Chef – bei diesem Punkt sind Kreativität und Empathie besonders gefragt.

4. Tag eins, Teil zwei: Führung durch den Betrieb und Organisatorisches

Und ist der Betrieb noch so klein: Zum Onboarding gehört eine Betriebsführung immer dazu. Sollte diese beim Vorstellungs- oder Bewerbungsgespräch schon vorgenommen worden sein, so schadet eine zweite, intensivere Runde nicht. Auf ihr stellen sich die Kollegen vor – diese müssen freilich vorab informiert werden, sodass sie sich Zeit dafür nehmen können – und es werden sämtliche Arbeitsbereiche von der Küche über den Gastraum bis zum Lager und Büro gezeigt. Übergabe der Dienstkleidung und des Schlüssels für den Spind, das Einrichten der dienstlichen Mailadresse und des Zugangs zu verwendeten Systemen (Kasse, Personaleinsatzplanung, Warenwirtschaft und Co.): Auch Organisatorisches wird in diesem Zuge erledigt. Tipp: Eine Checkliste stellt sicher, dass nichts vergessen wird.

5. Tag zwei bis z.B. Monatsende: Einarbeitung mit Schulterblick

Mit dem zweiten Tag beginnt der Arbeitsalltag. Und mit ihm die fachliche Einarbeitung je nach Bereich in Küche, Service, Backoffice etc. Damit das Erlernen der betriebsinternen Abläufe einfacher von der Hand geht, Fragen schnell und kompetent beantwortet sowie Probleme oder Irritationen aus dem Weg geräumt werden können, empfiehlt sich ein Mentoring: Jeder neue Mitarbeiter bekommt einen direkten Ansprechpartner in der eigenen Abteilung, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Prinzipiell sollten natürlich alle Kollegen mithelfen, doch eine Person sollte den Neuen besonders – auch mit zeitlichen Ressourcen dafür ausgestattet – den Rücken freihalten. Große Unternehmen richten eigene Planstellen dafür ein oder schaffen Zeitkontingente. Dieses Prinzip lässt sich selbst auf kleine Betriebe übertragen. Und sei es nur die Möglichkeit, sich ein- oder zweimal am Tag für eine Viertelstunde zur Rücksprache zu treffen. Das hilft ungemein.

6. Im Laufe des ersten Monats: in verschiedenen Bereichen arbeiten

Nichts verhindert Betriebsblindheit (https://blog.goin.de/2018/04/7-tipps-gegen-betriebsblindheit-in-der-gastronomie/) so gut wie der Perspektivenwechsel. Darum sollte neuen Mitarbeitern schon zu einem frühen Zeitpunkt, idealerweise im Verlauf des ersten Monats, die Möglichkeit eingeräumt werden, ihren Posten zu verlassen und an anderen Stellen mitzuarbeiten. Wer sonst in der Küche tätig ist, wechselt für einen Tag ins Büro und umgekehrt. Wer Service macht, nimmt an einer Lieferanten-Verhandlung teil. Wer hinter der Bar steht, kümmert sich eine Zeit ums Frühstücksgeschäft. Verschiedene Stationen und Bereiche zu durchlaufen und mit den dort tätigen Kollegen zusammenzuarbeiten, weitet den Blick fürs Ganze. Solche Wechsel sollten übrigens nicht nur am Anfang, sondern immer mal wieder vorgenommen werden.

7. Ende des ersten Monats: Feedback-Gespräch führen

Nach circa einem Monat, spätestens aber im Laufe des zweiten Monats sollte ein längeres und  umfangreiches Feedback-Gespräch anberaumt werden (auch wenn die Probezeit länger andauert). Das dient dazu, ein Zwischenfazit zu ziehen, über Stärken, Schwächen und Potenziale auf beiden Seiten offen zu sprechen – und zwar nicht nur hinsichtlich der „Performance“ des neuen Mitarbeiters, sondern auch des Betriebs aus seiner „frischen“ Sicht. Hierbei sollte auch eruiert werden, ob sich der Arbeitsbereich mit den Kompetenzen des Mitarbeiters deckt, oder ob sich zusätzliche bzw. neue Tätigkeitsfelder anbieten. Grundsätzlich sollte im Feedback-Gespräch, das idealerweise regelmäßig – z.B. alle drei Monate – aufs Neue stattfindet, auch über Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Teilnahme an Fortbildungen/Schulungen sowie die Übernahme von Verantwortlichkeiten gesprochen werden. Sie sind essenziell für die Förderung der Motivation https://blog.goin.de/2017/09/7-tipps-motivierte-mitarbeiter/ eines jeden Mitarbeiters – ganz gleich, ob dieser noch relativ neu dabei oder schon ein „alter Hase“ ist.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.