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Gastro-Tipps

5 Ideen für das Speisen-Sharing in Corona-Zeiten

Speisen zum Teilen anzubieten zählt zu den großen Food- und Gastro-Trends der vergangenen Jahre. Haben der Corona-Lockdown und die mit der Wiedereröffnung einhergehenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen ihn zunichte gemacht? Jein: Mit Kreativität und Umsicht kann Sharing auch in einer Gastronomie mit Corona funktionieren. 5 Tipps von Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf.

1. Zum Vorbestellen anbieten

Zurzeit empfehlen viele Betriebe oder fordern es gar ein, dass ihre Gäste vorab reservieren. In diesem Zuge kann – zum Beispiel fürs Frühstücks- und Brunch-Angebot – optional das Teilen von Speisen offeriert werden: „Wünschen Sie Speisen zum Teilen in Ihrer Gruppe oder möchten Sie lieber Einzelportionen?“ könnte die Frage im Reservierungsprozess, ob digital oder per Telefon, lauten. Da Gruppen als Familie oder aus der aktuell jeweils erlaubten Höchstzahl von Personen verschiedener Haushalte reservieren, kann dieses Angebot unterbreitet werden.

2. Nur an bestimmten Tischen anbieten

Zudem sollte das Sharing erst einmal nur auf einige wenige Tische begrenzt werden. Zum einen, um den Prozess zu testen – wie gut kommt das Angebot überhaupt an – und zum anderen, um es im Gesamtbetrieb nicht ausufernd werden zu lassen. Viele Restaurantgäste sind derzeit noch vorsichtig und wollen Abstand (siehe dazu auch unsere Wiedereröffnungs-Tipps). Auch das Verwenden von Raumteilern bzw. Abstandshaltern ist hier empfehlenswert. Wer einen „private dining room“ hat, kann das Angebot genau auf diesen – zum Beispiel auch mit einem besonderen Arrangement – zuschneiden. Dann wird es ein besonders exklusives Erlebnis!

3. Speisen zum Teilen vorportioniert darreichen

Beim klassischen Sharing oder „Family-Style-Dining“, wie es auch genannt wird, kommt alles in die Mitte. Jeder bedient sich – und andere – mit Gabeln, Löffeln oder Händen nach Lust und Laune. Dieses eigentlich wunderbar gemeinschaftliche Erlebnis muss bis auf Weiteres „gebremst“ werden, ohne dass es Genussverzicht erzeugt. Gastgeber können dies tun, indem sie Speisen weniger im Großen zum individuellen Teilen auf den Tisch bringen und sie statt dessen bereits in der Küche vorportionieren. Dafür steht ihnen die ganze Welt des Tabletops zur Verfügung: Schälchen, Weck- und Shotgläser, kleine Buffet- oder Frühstücksbrettchen mit Vorgeschnittenem, Menagen, Fingerfood- und Gourmetlöffel, Körbchen, Serviergestelle, Mini-Servierpfannen und natürlich separates Besteck zur Entnahme. Die gute alte Etagere, wie man sie vom „high tea“ im Hotel kennt, hat sie hier ihren großen Auftritt? Auf Einwegverpackung sollte sowohl aus Umweltschutz- als auch aus Qualitätsgründen verzichtet werden.

4. Sharing im Freien anbieten

Während der warmen Monate essen und trinken Gäste besonders gerne im Freien. Diesen Sommer umso mehr, weil es sich sicherer anfühlt und es allem Anschein nach auch ist. Ein Essen für die Gruppe mit Speisen zum Teilen auf der Terrasse, im Biergarten und vielleicht auch hier etwas separat vom restlichen Geschehen – das lässt sich, charmant kommuniziert, bestimmt gut verkaufen. Oder wie wäre es mit einem „Premium-Picknick“ mit Speisen zum Teilen, fertig abgepackt in einem Deluxe-Picknickkorb mit Kühltasche zum Abholen oder gar an einen bestimmten Ort im Freien geliefert?

5. Zeigen, wie Sharing in Corona-Zeiten aussieht

Die typischen Sharing-Bilder – ein von oben fotografierter, prall gefüllter Tisch, Hände greifen von allen Seiten nach den Leckereien – sind vorerst unbrauchbar oder sogar kontraproduktiv. Weil die in den Punkten 1 bis 4 vorgestellten Möglichkeiten ohnehin einmal mit dem Personal oder engen Freunden durchgespielt werden sollten, um die neuen Abläufe zu testen, ist das auch eine gute Gelegenheit, Fotos der „neuen Sharing-Normalität“ zu machen. Und mit ihnen in der Kommunikation über Webseite, Social Media und PR zu zeigen: Es ist durchdacht, sicher – und macht Appetit!

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.