Das Magazin für Gastronomie und Hotellerie voller Ideen und Inspirationen zu den Themen Möbel, Design, F&B, Konzepte für ambitionierte Gastgeber
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Gastro-Tipps

5 Buchtipps für die Sommerzeit

Dieser Sommer ist zweifelsohne ein besonderer – nach Monaten des Stillstands in der Gastronomie machen viele Betriebe keine Pause, zumal viele Menschen in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren und zu Hause bleiben. Aber vielleicht bleibt ja doch etwas Zeit für Muße und Inspiration? Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf hat fünf Buchtipps mit Branchenbezug.

Der Katholische Bahnhof

Der Titel klingt zwar gar nicht gastronomisch, doch der Autor dieses Buches ist Gastronom durch und durch: Irmin Burdekat hat die bekannte Kette „Alex“ mitgegründet und später das nicht minder bekannte „Cafe und Bar Celona“. In seinem Roman „Der Katholische Bahnhof“ geht es um den Pächter des gleichnamigen Betriebs, der nur leidlich über die Runden kommt und zur Unterhaltung seiner Gäste eine eigene Zeitung rausbringt. Schließlich schreibt er ein Buch über eine Liebesgeschichte, die Jahrzehnte später in Kanada endet. Die verschachtelte Story ist zwar fiktiv, doch sie trägt einige autobiografische Züge des Mannes, der seit vielen Jahren in Nordamerika lebt. Auch sein erstes Buch „Tisch 17 is’n Arsch“ – mehr dazu hier – ist höchst amüsant.
Berg & Feierabend 2020, 256 Seiten, ca. 20 Euro

Das Coffee Shop Manifest

„Wie man in der Gastronomie überlebt und andere Weisheiten“ lautet der Untertitel des Buchs von Yumi Choi – ein Thema, das wohl jeden Betreiber derzeit interessieren dürfte. Zwar ist das Buch lange vor Corona erschienen, doch seine Inhalte sind deswegen nicht minder aktuell: Die Gründerin des erfolgreichen Berliner Cafés und Röstereibetriebs „Bonanza Coffee Heroes“ berichtet in informativer und zugleich unterhaltsamer Form, wie sie einst gestartet ist, welche Höhen und Tiefen sie erlebt hat und was sie im Nachhinein anders machen würde. Praktische Tipps und Anleitungen werden kombiniert mit tiefen Einblicken und ungeschminkter Ehrlichkeit. Mittlerweile ist Choi als Gastronomie-Beraterin tätig. Mehr zum Buch unter www.coffeeshopmanifest.com.
Eigenverlag 2019, 152 Seiten, ca. 12 Euro

Die schönsten Restaurants & Bars 2020

Dieser Bildband ist wegen seiner Größe und seines Gewichts nicht ideal zum Mitnehmen an Strand oder Badesee, dafür aber am eigenen Tresen oder auf dem Balkon eine inspirierende Quelle. Vorgestellt werden 44 Interior-Design-Konzepte, die zuvor von einer Jury ausgewählt wurden – das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Verlag und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA. Vom Hamburger „Tortue“ über das Stuttgarter „Rothaus im Gerber“ bis zum Berliner „Tisk“ werden urbane Konzepte ebenso präsentiert wie Landbetriebe oder das spektakuläre Hotel „Kronasar“ im Europapark in Rust. Alle Projekte werden mit tollen Bildern sowie Infotexten, Grundrissen, Fakten und Hintergrundstorys vorgestellt.
Callwey 2020, 248 Seiten, ca. 60 Euro

Die Cops ham mein Handy

Lukas Adolphi hat seine Leipziger Bar „Nepomuk“ mit einem Raubüberfall finanziert. Aber nicht so, wie man es sich jetzt ausmalen könnte – sondern ziemlich genau im Gegenteil. Ihm wurde von einem jungen Mann sein Handy geraubt, die SIM-Karte durfte er netterweise behalten. Später, der Dieb war längst gefasst, durfte er sein Telefon bei der Polizei abholen. Und stellte fest: Der Täter hatte es zum Telefonieren und vor allem zum Schreiben von SMS verwendet. Höchst amüsanten an und von diversen Kumpels, Freundinnen und Ex-Freundinnen, Affären und allerlei weiteren Figuren. Adolphi hat daraus – anonymisiert – ein Buch gemacht, das Kurznachrichten schlicht und ergreifend abbildet. Mit riesigem Erfolg: Mehrere Auflagen, Lesereisen und so viel Umsatz, dass er damit seinen Traum von einer eigenen Gastronomie verwirklichen konnte. Mehr unter http://lukasadolphi.de/die-cops-ham-mein-handy.
Eigenverlag 2019, 80 Seiten, ca. 8 Euro

Super Local Food

Ob in Smoothies, als Topping oder als Snack: Superfoods sind ein großes Thema. Allerdings kommen Goji-Beeren, Chia-Samen und andere diesen als besonders gesund geltenden Lebensmitteln oft von weit her – sie zu importieren, ist nicht unbedingt nachhaltig. Das vierköpfige Autorenteam hinter „Super Local Food“ will zeigen, dass es auch hierzulande eine Vielzahl von Superfoods gibt, von der Hirse über den Löwenzahn bis zur Aronia-Beere. Ihr Buch ist neben einem Rezeptband mit vielen spannenden Gerichten – wie Buchweizengnocchi mit Bärlauchpesto oder Frittata mit Brennnesseln und grünem Spargel – auch ein informativer Ratgeber zu Inhaltsstoffen und Nährwerten heimischer Superfoods und eine undogmatische Hilfestellung für alle, die zukünftig noch mehr regionale Speisen anbieten möchten.
Oekom 2020, 160 Seiten, ca. 20 Euro

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.