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7 Tipps für die Verlängerung der Außensaison
Gastro-Tipps

7 Tipps für die Verlängerung der Außensaison

Viele Restaurant-Gäste bevorzugen zurzeit – wegen Corona – das Sitzen im Freien. Doch nun kommt der Herbst: Wie lässt sich die Außensaison in diesem Jahr verlängern? Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf hat 7 Ideen.

1. Den Außenbereich wind- und wetterfest machen

So lange es warm und trocken ist, lässt es sich draußen wunderbar verweilen. Wenn es jedoch kühl und feucht wird, muss nachgeholfen werden. Zum Beispiel mit regenfesten Markisen, Terrassenverkleidungen, Lamellendächern oder großen, stabilen Schirmen für den Schutz gegen Niederschlag. Oder mit Windschutz-Elementen gegen Zug und Kälte von den Seiten. Eventuell auch mit einem zusätzlichen, wetterfesten Boden bzw. Bodenbelag, der Kälte und Nässe von unten abhält.

2. Heiße Getränke auf die Karte nehmen

Heiße Getränke funktionieren im Herbst und Winter in der Gastronomie oft weniger gut, als man vielleicht denkt – denn in warmen, beheizten Räumen sind sie vielen Gästen einfach zu viel. Wenn sich das Geschäft nun aber draußen abspielen soll, übernehmen sie eine wichtige wärmende Funktion. Neben Klassikern wie Kaffee- und Teespezialitäten können heiße selbstgemachte Limonaden oder alkoholische Drinks wie hausgemachter Glühwein (Tipp: mit Weiß- statt Rotwein), Glüh-Gin (Apfelsaft und diverse Gewürze erwärmen, Gin hinzugebe) oder heiße Cocktail-Klassiker (z.B. „Hot Toddy“ mit Rum) ins Spiel kommen.

3. Heiße Speisen anbieten, die sich schnell servieren lassen

Deftige Eintöpfe, Grünkohl mit Wurst, Suppen, Fondue für die Gruppe oder Raclettekäse auf Brot, heißer Apfelstrudel und mehr: Es gibt Speisen, die schmecken draußen – wenn es kühl oder kalt ist – besonders gut. Ein kalter Salat hingegen vielleicht weniger. Wer die Außensaison verlängert, kann mit heißen Speisen seine Gäste von innen aufwärmen. Besonders bieten sich Speisen an, die gut vorbereitet und schnell serviert werden können – lange Wartezeiten sollte man seinen Gästen nicht abverlangen. Zusätzlicher Effekt: möglicherweise kürzere Verweildauer und erhöhter Sitzplatzumschlag.

4. Verschiedene Sitz- und Stehgelegenheiten anbieten

Es muss nicht immer die Biergarten-Garnitur oder die Outdoor-Lounge sein – für Gäste, die nur kurz verweilen möchten und/oder sich durch etwas mehr Bewegungsmöglichkeit warm halten wollen, bieten sich ergänzend zu den Sitzplätzen klassische Stehtische (Bistrotische) an. Auch mit Stehhockern oder Stehlehnen (z.B. an der Außenwand angebracht) lassen sich Plätze draußen einrichten. Hocker und High-Top-Tische wiederum sorgen für erhöhtes Sitzen und verhindern, dass den Gästen fußkalt wird.

5. Gästen das Mitbringen warmer Sachen empfehlen

„Bitte denken Sie an warme Kleidung und bringen Sie sich gerne Ihre eigene Decke mit.“ Mit so einer Aufforderung hätte man im Herbst 2019 wohl für Irritation gesorgt. Doch in diesem Jahr haben die Gäste gelernt, mitzudenken und mitzumachen – Abstand halten, Maske tragen, Hygienemittel benutzen ist schon fast zur Routine geworden. Insofern wird der Tipp bei der Reservierung, auf der Webseite oder im persönlichen Gespräch mit sicher dankend entgegen genommen.

6. Tagsüber-Geschäft fokussieren

Nicht nur, weil es nach 22 Uhr schnell zu Anwohnerbeschwerden kommen kann, sondern auch, weil es irgendwann einfach zu kühl und ungemütlich wird, empfiehlt es sich, das Geschäft noch stärker nach tagsüber zu verlagern: mit Frühstücks- und Brunchangeboten, heißen Speisen den ganzen Tag und wärmenden Drinks zum Sundowner am frühen Abend. Viele geschäftliche Termine finden derzeit, wenn nicht übers Internet, dann im Freien statt – auch für solche Anlässe lassen sich Angebote wie z.B. ein „Outdoor-Businesslunch“ kreieren.

7. Herzlichen Service bieten

Auch das Herz der Gäste will gewärmt werden – besonders in Zeiten wie diesen. Trotz aller einzuhaltenden Abstands- und Hygienebestimmungen lässt sich herzlicher Service umsetzen. Zum Beispiel mit einem echten Lächeln, das sich hinter einer Maske abzeichnet (Lachfältchen!). Mit freundlicher, individueller Begrüßung und Verabschiedung. Mit Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen am Tisch. Gerade draußen – man denke an den gut gefüllten Biergarten – geht es im Service oft sehr zügig und etwas unpersönlich zu. Nun ist mehr Zeit für den Gast gefragt.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.