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Gastro-Tipps

Wegen Corona: 5 Alternativen zur Weihnachtsfeier in der Gastronomie

Die Weihnachtsfeier im Restaurant ist normalerweise ein Umsatzbringer. Doch dieses Jahr ist alles anders: Klassische Weihnachtsfeiern fallen aus. Firmen sind ratlos, wollen sie ihren Mitarbeitern zum Ausklang des Jahres doch etwas bieten. Der Gastronomie drohen Umsätze wegzubrechen. Wie finden beide Seiten doch noch zusammen? 5 Ideen für die Rettung des Weihnachtsgeschäfts in der Gastronomie.

1. Individuelle Weihnachtsmenüs für Firmen konzipieren

Statt des großen Buffets für die Belegschaft ein exklusives, für die Mitarbeiter des Unternehmens konzipiertes Dreigangmenü – so könnte ein individuelles Angebot für Firmen in diesem Jahr aussehen. Unternehmen, die in Vorjahren für ihre Weihnachtsfeier zu Gast waren, können Restaurants mit diesem Exklusiv-Angebot direkt anschreiben und einladen. Natürlich auch andere ortsansässige Unternehmen. Die Firmen laden dann ihre Mitarbeiter auf ein individuelles Menü ein, das diese zum Beispiel mit einem Kollegen oder mit der Familie genießen. Die Reservierung erfolgt individuell (z.B. mit einem Promo-Code), die Abrechnung direkt zwischen den Betrieben. Ein Dankeschön-Anschreiben bzw. eine von der Firmenleitung hinterlegte Aufmerksamkeit stellt Verbundenheit her. Auch ganz ohne die alljährliche Ansprache des Chefs.

2. Exklusive Weihnachts-Gutscheine für Unternehmensmitarbeiter anbieten

Eine Variation von Idee 1: Gutscheine, zum Beispiel für ein Dinner für zwei Personen oder über einen festen Betrag. Diese Gutscheine können Unternehmen für ihre Belegschaft kaufen. Die Mitarbeiter entscheiden selbst, wann und mit wem sie diese einlösen. Die Unternehmen bedanken sich damit bei ihren Mitarbeitern auch ohne große Feier und die Restaurants machen trotzdem Umsatz. Sie müssen allerdings auf die richtige Verbuchung achten – die Einnahme erfolgt jetzt, die Kosten entstehen später.

3. Für kleine Teams: Mini-Weihnachtsfeier in separatem Bereich

Wer entsprechend Platz hat, zum Beispiel einen Tisch für größere Gruppen oder einen separaten Dining Room, kann für kleine Teams oder Abteilungen „Mini-Weihnachtsfeiern“ konzipieren. Die vor Ort geltende Bestimmung für maximale Personenanzahl und die erlaubte Anzahl von Haushalten je Tisch muss hierbei natürlich beachtet werden. Zusätzlich ist auf ausreichend Abstand zwischen den Plätzen zu achten. Es empfiehlt sich ein Menü oder eine à-la-carte-Bestellung statt eines Buffets. Das Hygienekonzept für die „Mini-Weihnachtsfeier“ muss besonders durchdacht und klar kommuniziert werden. Einige Restaurants haben für diesen Herbst und Winter ihren Außenbereich wetterfest gemacht oder gar beheizte und gut belüftete Pop-up-Zelte oder Pavillons errichtet. Auch diese Bereiche können für „Mini-Weihnachtsfeiern“ angeboten werden – eventuell sogar exklusiv.

4. Weihnachtsfeier dezentral: Genuss-Pakete für zu Hause schnüren

Das Homeoffice ist in diesem Jahr in vielen Unternehmen zur „neuen Realität“ geworden. Warum sollte es also nicht auch eine „Homeoffice-Weihnachtsfeier“ geben? So könnte der Ablauf aussehen: Nach der Beauftragung (Werbung machen!) schnürt das Restaurant für die Mitarbeiter der Firmen ein Genuss-Paket. Es besteht z.B. aus fertigen Leckereien des Hauses – hausgemachte Aufstriche und selbst gebackenes Brot dazu, deftige Terrinen zum Aufwärmen im Weckglas, eine Flasche des Hausweins oder ein fertig gemixter Cocktail in der Flasche. Dazu kommt ein Dankeschön-Anschreiben der Firmenleitung. Das Genuss-Paket kann aber auch ein richtiges Menü sein, das aus bereits zubereiteten Vor- und Nachspeisen sowie einem Hauptgang besteht, der nur noch im Topf oder Ofen erhitzt werden muss. Das ist charmant, aber aufwändig: Je nach Produktauswahl muss hierbei auf die Einhaltung der Kühlkette geachtet werden. Einfacher für das Restaurant wäre eine exklusive Kochbox mit Zutaten für eine Spezialität des Hauses – inklusive Rezept. Oder es kommt eine Video-Anleitung des Chefkochs dazu. Oder gar ein Video der Geschäftsführung des Unternehmens, die sich dafür selbst die Schürze umbindet. Und wenn das Team gar zu einem bestimmten Zeitpunkt per Videokonferenz zusammen kocht, plaudert, genießt, isst, trinkt und feiert – dann wird es doch noch eine kleine Feier. Mit Abstand, aber eben doch irgendwie gemeinsam.

5. Angebote für die aufgeschobene Weihnachtsfeier schaffen

Es kommt öfter vor, dass Unternehmen es vor lauter Stress in der Vorweihnachtszeit gar nicht schaffen, eine Feier zu machen. Viele Betriebe (auch in vielen gastronomischen) laden ihre Mitarbeiter erst im Folgejahr zu einer nachgeholten Weihnachtsfeier ein. In diesem Jahr kommt hinzu, dass vielen auch gar nicht zum Feiern zumute ist. Kurz: Es gibt viele Gründe, die Feier auf 2021 zu verschieben. Statt Einbußen hinzunehmen, können Restaurants proaktiv schon jetzt spezielle Arrangements für eine aufgeschobene – aber eben nicht aufgehobene – Weihnachtsfeier anbieten, z.B. durch Mailings, an die Firmen, und sich so Umsätze sichern. Verbindlicher als eine lose Vereinbarung einer Buchung im Folgejahr ist eine zweiteilige Leistung: Einen kleinen „Genuss-Gruß“ mit Hausspezialitäten verschickt das Restaurant im Auftrag des Unternehmens schon jetzt an deren Mitarbeiter zusammen mit der Ankündigung der nachgeholten Feier im kommenden Frühjahr oder Sommer.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.