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Fotos: Matthaes Verlag
Gastro-Tipps

Der Leitfaden für die erfolgreiche Gastro-Digitalisierung

Ständig ist von der Digitalisierung die Rede – auch in der Gastronomie. Doch wie gehen Betriebe dieses so wichtige Thema an? Welche Tools sind sinnvoll? Das neue Fachbuch „Gastro.Digital“ gibt Gastronomen Orientierung. Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf stellt es vor.

Die Digitalisierung bietet der Gastronomie-Branche enorme viele Chancen – und das längst nicht nur im Bereich des Marketings. Doch während es für die (digitale) Vermarktung jede Menge Tipps in Blog-Beiträgen, Podcasts und Fachartikeln gibt, sieht es in anderen Bereichen dünner aus. Dabei unterstützen, vereinfachen und verbessern digitale Lösungen alle Felder des unternehmerischen Handelns, von Einkauf/Beschaffung über die Buchhaltung bis zum Recruiting. Was der Branche bislang fehlt, ist ein umfassender und vor allem gut nachvollziehbarer Leitfaden für die Transformationsprozesse.

Digitale Lösungen für alle Betriebsbereiche

Diesen Leitfaden legt nun der Berliner Jochen Stähler vor: In seinem soeben erschienenen Buch „Gastro.Digital“ stellt er den Lesern Lösungen für sämtliche Unternehmensbereiche vor. Was kann zum Beispiel ein Kassensystem über die reine Abrechnung hinaus für den Betrieb leisten? Eine Menge, führt Stähler vor. So wird die Analyse der Kennzahlen einfacher, genauer und detaillierter. Welches System ist das beste? Stähler hat für das Buch umfangreiche, aber übersichtliche Tabellen erstellt und macht die vielen am Markt existenten Lösungen vergleichbar.

Das gilt auch für die digitalen Tools im Bereich der Personaleinsatzplanung, die Zettelwirtschaft und das berüchtigte Hinterhertelefonieren überflüssig machen. Statt mehrmals pro Woche zum Großhandel oder zu anderen Lieferanten zu fahren, machen es so genannte Procurement-Apps möglich, den Einkauf zu digitalisieren, zu zentralisieren und – wie man es vom privaten Online-Shopping kennt – die Ware anliefern zu lassen. Das spart Zeit. Und wie man mit der richtigen Ansprache in digitalen Karriere-Netzwerken für die Gastronomie und Hotellerie in Zeiten ständig knappen Personals neue Mitarbeiter findet, verrät Jochen Stähler auch.

Der Autor war selbst erfolgreicher Gastronom

Als Geschäftsführer eines Start-ups und als ehemaliger Produktmanager für Unternehmen wie Bosch, Siemens Hausgeräte und Villeroy & Boch kennt sich der Autor mit Betriebswirtschaft und der Nutzung digitaler Tools, die Prozesse verbessern, gut aus. Doch Jochen Stähler weiß auch, worauf es Gastronomen ankommt und wie sie sich dem Thema Digitalisierung ohne Hemmungen nähern können. Er war mehrere Jahre selbst Gastronom; 2006 eröffnete er das Burger-Restaurant „Schmack O’Fatz“ in Frankfurt, das er um Lieferservice und Catering erweiterte und 2011 verkaufte. Beim Schreiben des Buches habe er sich oft an überflüssige Handgriffe oder Einkaufstouren erinnert, die digitale Tools heute schneller und besser erledigen können, berichtet er: „Du kannst heute deine ganzen betrieblichen Abläufe mit Tools vernetzen.“

In angenehm leichter Sprache, die auf typische Technik-Floskeln, Anglizismen und Marketing-Begriffe verzichtet, stellt er den Lesern (die übrigens gedutzt werden) vor, wie sie sich mit Apps vertraut machen und eine vernetzte Infrastruktur aufbauen können.

Orientierung im Angebots-Dschungel

Und das macht den Unterschied, denn die Sprache, mit denen sich viele Technik-Anbieter auf ihren Webseiten selbst präsentieren, schreckt viele Gastronomen ab. Vor allem dann, wenn sie sich mit dem Thema Digitalisierung bislang – aus verständlichen Gründen – noch nicht allzu oft beschäftigt haben. „Gastro.Digital“ gibt Orientierung im Dschungel der Apps, Cockpits und Dashboards. Zugleich hilft es dabei, betriebliche Herausforderungen und Mängel durch digitale Anwendungen anzugehen und zu beheben. Zahlreiche Anwendungsbeispiele aus verschiedensten Betriebstypen – vom Döner-Imbiss bis zum Sterne-Restaurant binden es an die Praxis an.

Die Zeit, die man braucht, um die 180 Buchseiten durchzuarbeiten, sind gut investiert. Die Digitalisierung trägt schließlich, umso mehr in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen, maßgeblich zum Erfolg des gastronomischen Unternehmens bei – und dieses Buch zeigt den Weg.

Gastro.Digital
von Jochen Stähler
erschienen im dfv Matthaes Verlag, Stuttgart 2020
Softcover, 180 Seiten
Mehr Infos unter www.matthaes.de/gastro-digital

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.

Fotos: Matthaes Verlag