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Gastro-Tipps

5 Tipps für den Verkauf von Speisen „to go“ im Lockdown

Mit dem Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken erzielen Gastronomie-Betriebe auch im Lockdown Umsätze und halten den Kontakt zu ihren Gästen. Was bietet sich für den Verkauf „to go“ an und worauf sollte man achten?

1. Schmales und „streetfoodiges“ To-go-Sortiment kreieren

Außer Haus gilt noch mehr, was sich schon für die normale Speisekarte empfiehlt: Eine schmales, attraktives Angebot ist besser, als Dutzende von Positionen aufzuführen – es ist wirtschaftlicher, übersichtlicher und bietet die Möglichkeit, seine Kernkompetenz klarer zu präsentieren. Und das idealer Weise in einer auf das außer-Haus-Geschäft angepassten Form. Wer für sein Schnitzel bekannt ist, sollte es nicht einfach nur zum Mitnehmen anbieten. Denn es wird nie so gut schmecken wie im liebevoll gestalteten Restaurant, am schön gedeckten Tisch. Besser ist es, das Schnitzel „streetfoodig“ zu inszenieren, z.B. als Schnitzel-Burger im Brioche-Brötchen – oder als Mini-Schnitzel am Spieß? Als Inspiration empfehlen wir das Kochbuch „Auf die Hand“ von Stevan Paul.

2. Qualität der Mitnahme-Speisen prüfen

Der erste Lockdown war im Frühling, alles drängte nach draußen. Jetzt befinden wir uns in der kalten Jahreszeit – eine echte Herausforderung für To-go-Speisen. Kühlen sie zu schnell ab, wird es wohl bei einer einmaligen Bestellung bleiben. Deshalb sollte geprüft werden, wie lange die Gerichte draußen ihre Temperatur halten. Besonders gut geeignet sind Speisen mit wenig Oberfläche im Verhältnis zum Volumen: Kräftige Suppen, deftige Eintöpfe oder auch heiße Winter-Bowl. Die klassische Pizza hingegen wird schnell kalt und ist nur wenige Bissen lang ein Vergnügen. Besser: Mini-Pizzen, Pizza-Bowls (mit heißem Pizza-Brot dazu) oder der Klassiker der italienischen Küche, die Pizza Calzone!

3. To-go-Angebot attraktiv kommunizieren

Speisen zum Mitnehmen anzubieten, ist auch ein Signal an die Gäste: Wir sind immer noch für euch da! Und eine bessere Möglichkeit, als im Lockdown über das aktuelle To-go-Angebot den Draht zu den Facebook-Fans und Instagram-Followern zu halten, gibt es eigentlich nicht. Mit dem täglich oder wöchentlich wechselnden Angebot schaffen sie Betriebe ständig einen neuen und relevanten Kommunikationsanlass. Bitte auf gutes Bildmaterial der To-go-Speisen achten – es kann zum Beispiel an einem schön hergerichteten und gut ausgeleuchteten Tisch im Gastraum (der ja zurzeit leider leer steht) produziert werden. Manche Restaurants laden auch lokale, reichweitenstarke Foodies und Influencer auf eine Speise zum Mitnehmen ein – wenn sie Fotos machen und teilen, erreicht die leckere Botschaft viele Fans und lockt neue Gäste an. Und: Ein klassischer Kundenstopper oder eine Tafel im Fenster mit dem aktuellen Angebot locken zudem Passanten an.

4. Nachhaltige Verpackung verwenden

Teller, Besteck und Becher aus Kunststoff sowie Verpackungen aus Styropor werden bald verboten: Am 3. Juli 2021 tritt die neue Verordnung in der EU in Kraft. Grund ist der immense Müllberg, den Einweg-Material dieser Art verursacht. Fast 350.000 Tonnen waren es in Deutschland im Jahr 2017 laut Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung, und diese Zahl ist seit Corona sicher noch einmal wesentlich größer geworden. Besser sind Einweg-Verpackungen aus nachhaltigen Materialien wie Pappe, Bambus oder Zuckerrohr, die sich kompostieren lassen. Noch besser sind Mehrwegverpackungen, die gegen Pfand ausgegeben werden. Die Gäste geben sie beim nächsten Mal wieder – und nehmen sich vielleicht gleich was Neues mit. Solche Mehrweg-Lösungen für Take-away gibt es mittlerweile von verschiedenen Anbietern – und Gäste, denen Nachhaltigkeit wichtig ist, sprechen sie besonders an!

5. Abhol-Specials kreieren

Der Lockdown ist eine ereignis- und erlebnisarme Zeit und die Gastronomie hat zurzeit nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ihren Gästen etwas Besonderes zu bieten. Doch hier beweisen einige Betriebe viel Kreativität, zum Beispiel mit dem Verkauf spezieller Genussboxen zum Vorbestellen für zu Hause. Gefüllt mit kalten Speisen (zum Beispiel Vorspeisen, Desserts) für den direkten Verzehr sowie mit Gerichten, die sich unkompliziert finalisieren lassen – durch Erwärmen im Topf oder im Backofen. Manche Restaurants legen Servietten oder gar frische Blumen dazu und erstellen eine Playlist mit typischer Musik aus dem Restaurant oder haben sogar Hintergrundgeräusche aus dem laufenden Betrieb aufgezeichnet, die für etwas Gastronomie-Feeling sorgen.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.